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Mitgliedschaft Angestellte Schweiz

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... für einen Mittelstand mit Zukunft

50 Prozent sind nicht immer 50 Prozent

Donnerstag, 30. Mär 2017

Ferien-Fritz und Geniesser-Gustav sind dicke Freunde. Ferien Fritz bekleidet eine normale 100-Prozent-Arbeitsstelle, Geniesser Gustav geniesst gerade das Leben und seine Vaterfreuden, er ist momentan arbeitslos. Da er lediglich halbtags arbeiten möchte, sucht er nur für 50 Prozent eine Anstellung und bezieht daher auch nur 50 Prozent RAV-Leistungen.

Der Frühling ist da und die Pollen machen Ferien-Fritz und Geniesser-Gustav das Leben schwer. Beide werden vom Hausarzt für sechs Wochen zu 50 Prozent krankgeschrieben. Sie beschliessen, nach Cannes ans Meer zu fahren und die frische Meeresbrise ihre Atemwege reinigen zu lassen. Sie erhoffen sich so eine Linderung ihres Leidens, möchten aber auch das französische „savoir vivre“ geniessen.

Ferien Fritz gibt bei seinem Arbeitgeber eine Woche Ferien ein. Da er zu 50 Prozent arbeitsunfähig ist, trägt er jeweils lediglich den Morgen als Ferienbezug ein. Den Nachmittag hält er nicht als Ferien fest, er ist ja schliesslich halb arbeitsunfähig. Geniesser Gustav meldet seine Ferien dem RAV.

Lange Gesichter

Die beiden Freunde geniessen das Leben in Frankreich. Erholt kehren sie in die Schweiz zurück. Da trifft sie fast der Schlag.

Der Arbeitgeber von Fritz hat ihm anstatt halbe die ganzen Ferientage abgezogen. Er führt aus, dass dies korrekt sei, da Fritz in die Ferien gefahren sei und somit offensichtlich ferienfähig war.

Gustav bekommt vom RAV für seine Ferien und vor allem für seine 50 Prozent Arbeitsunfähigkeit eine „saftige Rechnung“. Während er für die Ferien seine vollen Taggeldentschädigungen (und damit seine volle RAV-Zahlung) erhält, bekommt er für die Zeit, in welcher er 50 Prozent arbeitsunfähig ist, lediglich 50 Prozent seines Anspruches. Geniesser-Gustav protestiert und sagt, dass er ja nur während der „freien“ 50 Prozent krank war und während der 50 Prozent der Arbeitssuche vollzeitig Arbeit gesucht habe. Das RAV lässt sich nicht erweichen – es bezahlt ihm lediglich 50 Prozent seines 50-Prozent-RAV-Anspruchs aus.

Beide ärgern sich massiv und fragen bei den Angestellten Schweiz, ob das Vorgehen des Arbeitgebers respektive des RAV zulässig sei.

Die Rechtslage spricht gegen Fitz und Gustav

Der Fall Ferien Fritz: Fährt jemand in die Ferien, obwohl er teilweise arbeitsunfähig ist, so muss er ganze Ferientage beziehen. Er ist nämlich voll und ganz „ferienfähig“. Sollte er aufgrund einer längeren Arbeitsunfähigkeit Krankentaggelder beziehen und somit allenfalls einen tieferen Lohn, so hat er während den Ferien Anspruch auf den ordentlichen 100-Prozent-Lohn, da er für diese Zeit ja voll und ganz „ferienfähig“, also für die Ferien gesund, war.

Der Fall Geniesser-Gustav: Auch das RAV kürzt richtigerweise den Anspruch von Gustav. Weil dieser lediglich eine 50-Prozent-Stelle sucht, hat er nur Anspruch auf 50 Prozent Leistung. Da er aber auch 50 Prozent arbeitsunfähig ist, kann das RAV die Leistung ab einer gewissen Zeit kürzen. Es ist korrekt vorgegangen.

Dr. Alex Ertl, Rechtsanwalt Angestellte Schweiz

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