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Mitgliedschaft Angestellte Schweiz

Ziele der Angestellten Schweiz

  • Bestmögliche Arbeitsbedingungen schaffen
  • Permanente Arbeitsmarktfähigkeit erhalten
  • Aushandlung, Umsetzung und Überwachung der Gesamtarbeitsverträge

Attraktive Dienstleistungen

  • Rechtsberatung und Rechtsschutz
  • Starke Ermässigung bei aktuellen Schulungs- und Weiterbildungsangeboten
  • Prämienvergünstigungen bei Krankenkassen und Sachversicherungen

Mitgliederbeitrag

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    Einzelmitglieder der MEM-Branche mit Solidaritätsausweis bezahlen CHF 260.- pro Jahr. Nach Abgabe des Solidaritätsausweises erfolgt eine Rückvergütung von CHF 170.- (Rückerstattung-Solidaritätsausweis CHF 60.- und Zuwendung CHF 110.-). Der Netto-Beitrag beträgt CHF 150.-.
  • Pensionierte bezahlen Fr. 60.- pro Jahr. Dieser Betrag ist nur gültig für bestehende Mitgliedschaften, welche ohne Unterbruch als Mitgliedschaften für Pensionierte weitergeführt werden.
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... für einen Mittelstand mit Zukunft

Besser ein Arbeitsvertrag als Scheinselbständigkeit

Donnerstag, 27. Apr 2017

Die schöne neue Welt der Apps ermöglicht kreative neue Geschäftsmöglichkeiten. Auf der Strecke bleibt dabei leider oft der Schutz der Erwerbstätigen.

In der Wirtschaftswelt schreitet seit einiger Zeit eine Entsolidarisierung voran. Die neuen digitalen Werkzeuge machen heute Wirtschaftsbeziehungen möglich, die vor wenigen Jahren noch undenkbar waren. Dies setzt die Arbeitnehmer jedoch neuen Risiken durch Scheinselbständigkeit aus.

Ein Arbeitsvertrag schafft Pflichten für den Arbeitgeber, unter anderem, weil man von einem Ungleichgewicht im Rechtsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausgeht. Zu diesen Pflichten gehören Lohnzahlung und Lohnfortzahlung bei Verhinderung, der Persönlichkeitsschutz des Arbeitnehmers, Freizeit, Ferien und Arbeitszeugnis. Auch die Vorschriften des Arbeitsgesetzes – wie Arbeits- und Ruhezeiten sowie Beiträge und sozialversicherungsrechtliche Leistungen – müssen nur bei Vorliegen eines Arbeitsvertrages erfüllt werden. Vor allem aber ist für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung Voraussetzung, dass der Betreffende zuvor als Arbeitnehmer entsprechende Prämien in die Arbeitslosenversicherung geleistet hat.

Angestellt oder selbständig macht einen grossen Unterschied

Uber, die neue Taxidienstleistungsunternehmung, vermittelt über eine Smartphone-App Transportaufträge zwischen Kunden und Fahrern. Uber anerkennt aber die Fahrer nicht als Arbeitnehmende und bezahlt folglich keine Sozialversicherungsleistungen, also auch keine Prämien für die Arbeitslosenversicherung.

Ob jemand als selbstständiger oder unselbstständiger Erwerbstätiger eingestuft wird, hat für ihn erhebliche Auswirkungen. Die Pflicht zur Leistung der Sozialversicherungsbeiträge obliegt dem Arbeitgeber. Liegt Selbstständigkeit vor, muss der Selbstständige diese Pflicht erfüllen. Damit verbunden ist die Haftung für die korrekte Ablieferung der geschuldeten Beiträge.

Die berufliche Vorsorge ist an die Unterstellung unter die AHV geknüpft. Dazu kommt: Nur unselbstständige Erwerbstätige unterliegen der Pflicht, an eine Pensionskasse angeschlossen zu werden. Wird eine Person, die als selbstständig betrachtet wurde, von den Behörden doch als unselbstständig Erwerbstätiger eingestuft, so ist ein rückwirkender Anschluss an die berufliche Vorsorge des Arbeitgebers zwingend. Dies kann für den einzelnen Arbeitgeber erhebliche Kosten zur Folge haben.

Ein Fall für die Gerichte

Im Frühjahr 2016 hat die Suva einem Fahrer von Uber mitgeteilt, dass er die Voraussetzungen für eine selbstständige Erwerbstätigkeit nicht erfülle. Uber sieht dies anders. Die AHV-Ausgleichskassen sind diesem Entscheid gefolgt und haben bei Uber rückwirkend für 2015 eine Lohndeklaration eingefordert, auf deren Basis die Beiträge abgerechnet werden müssen. Die Schweizer Gerichte dürften sich also detaillierter mit dem Geschäftsmodell des Taxikonkurrenten befassen müssen. Es bleibt abzuwarten, welche Kriterien sie bezüglich der Einstufung von selbstständig oder unselbstständig Erwerbstätigen am stärksten gewichten.

Die Sharing Economy ist im Vormarsch und immer mehr Unternehmen bewegen sich weg vom klassischen Anbieter-Konsumenten-Modell. Vor diesem Hintergrund sind Arbeitsverhältnisse, die neu entstehen, zu überprüfen. Der ganze Schutzschild der arbeitsrechtlichen Bestimmungen knüpft an der Annahme eines Arbeitsverhältnisses an. Wird dieses aufgrund der neuen vertraglichen Auftragsformen durchlöchert, ist das Ergebnis eine massive Schlechterstellung eines grossen Teils der arbeitenden Bevölkerung. Dagegen ist zu kämpfen.

 

Christof Burkard, Stv. Geschäftsführer Angestellte Schweiz und Leiter Kollektives Arbeitsrecht

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