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Mitgliedschaft Angestellte Schweiz

Ziele der Angestellten Schweiz

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Attraktive Dienstleistungen

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... für einen Mittelstand mit Zukunft

Darf ein Krankgeschriebener Golf spielen?

Mittwoch, 29. Jun 2016

Polo Schlegel war ärztlich eine Erschöpfungsdepression bescheinigt worden. Sein Arzt hatte ihm empfohlen, sich oft und viel an der frischen Luft zu bewegen. So kam er auf die Idee, seinem Hobby Golf zu frönen. Darf er das, obwohl er am Arbeitsplatz krankgeschrieben ist?

Der Angestellte Polo Schlegel war dem Druck am Arbeitsplatz nicht mehr gewachsen, er schlitterte in ein Burnout. Der Arbeit musste er fernbleiben. Körperlich fühlte er sich jedoch fit. Da ihm der Arzt geraten hatte, an die frische Luft zu gehen und sich zu bewegen, parkierte er regelmässig seinen Wagen in der Nähe seines damaligen Arbeitgebers, lud die Golfausrüstung aus und ging golfen. Er sah darin kein Problem, im Gegensatz zu seinem Vorgesetzten und seinen Arbeitskollegen.

Der Arbeitgeber hat Anspruch auf die Kenntnis einer Arbeitsunfähigkeit. In den meisten Fällen verlangt der Arbeitgeber nach dem dritten Tag ein Arztzeugnis, möglich wäre dies sogar ab dem ersten. Dieses Zeugnis darf nur über die Fähigkeit des Betroffenen zur Arbeitsleistung Auskunft geben. Insofern muss dem Arbeitgeber keine Kenntnis davon gegeben werden, ob der Angestellte psychisch oder körperlich eingeschränkt ist. Zweifelt der Arbeitgeber an der Arbeitsfähigkeit, dann darf er einen Vertrauensarzt vorschlagen, der wiederum bloss die Arbeitsunfähigkeit und nicht die Krankheit zur Kenntnis bringt.

Betroffene haben eine Mitwirkungspflicht

Seit der letzten IV-Revision ist das Interesse IV, aber auch der Krankentaggeldversicherungen, an den krankgeschriebenen Arbeitnehmern enorm gestiegen. Häufig verlangen sowohl die Sozialversicherungsanstalten wie auch die Krankentaggeldversicherungen vertiefte Auskünfte. Insbesondere die Krankentaggeldversicherungen gehen dabei manchmal weit und sind heute auch rasch bereit, Leistungen zu verweigern. Oft erfolgt dies in guter Absicht und mit dem Ziel einer raschen beruflichen Reintegration. Es wird in diesem Zusammenhang in der Regel auf die Mitwirkungspflicht des Versicherten sowie auf die Schadensminderungspflicht verwiesen.

Die Schadensminderungspflicht besagt, dass der arbeitsunfähig Geschriebene alles Zumutbare unternehmen soll, um seine Arbeitsunfähigkeit, d.h. den Schaden für seinen Arbeitgeber, möglichst gering zu halten. Ist er erkrankt, solle er sich bemühen, so rasch wie möglich wieder gesund zu werden. Bei einem Armbruch, einer Grippe oder einer Infektionskrankheit soll er medizinische Hilfe beanspruchen.

Doch was ist die richtige Haltung bei der Erkrankung aus psychischen Gründen? In solchen Fällen wird von vielen Spezialisten Sport im Freien und Bewegung empfohlen. Golf zu spielen bietet sich da geradezu an.

Diskretion wäre angesagt

Golf und andere Ertüchtigungen in der freien Luft sind sehr empfehlenswert, um bei psychischen Belastungserkrankungen den Schaden für den Arbeitgeber zu mindern. Wer es aber so macht wie Polo Schlegel, tut sich keinen Gefallen. Er provoziert seinen Vorgesetzten und seine Arbeitskollegen, wenn er den Wagen in mit der Golfausrüstung in der Nähe des Arbeitsplatzes parkiert. Sie werden ihn im Verdacht haben, ein Simulant zu sein. Das wird seine Rückkehr in den Betrieb erschweren.

Aufpassen sollte man übrigens auch bei Volksläufen und Marathons. Diese veröffentlichen Ranglisten im Internet. Es gab einen Fall, in dem ein zu 100% arbeitsunfähig geschriebener Arbeitnehmer den Stadtmarathon von Zürich unter dreieinhalb Stunden absolvierte. Sein Arbeitgeber nahm Notiz davon. Der kranke und trotzdem laufstarke Arbeitnehmer wurde allerdings vom Arbeitsgericht in erster Instanz geschützt.

 

Christof Burkard, Leiter Rechtsdienst Angestellte Schweiz

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