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Mitgliedschaft Angestellte Schweiz

Ziele der Angestellten Schweiz

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Attraktive Dienstleistungen

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    Einzelmitglieder der MEM-Branche mit Solidaritätsausweis bezahlen CHF 260.- pro Jahr. Nach Abgabe des Solidaritätsausweises erfolgt eine Rückvergütung von CHF 170.- (Rückerstattung-Solidaritätsausweis CHF 60.- und Zuwendung CHF 110.-). Der Netto-Beitrag beträgt CHF 150.-.
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... für einen Mittelstand mit Zukunft

Die Fallstricke der Aufhebungsvereinbarung

Dienstag, 31. Jan 2017

Isabelle Ineichen arbeitet als Disponentin bei einem Unternehmen für Fotografie. Sie ist eine sehr innovative Mitarbeiterin und bringt sich in den Sitzungen mit der Geschäftsleitung oft mit wertvollen Ideen ein. Schon viele Male konnte das Unternehmen dadurch seine Marktposition verbessern.

Vor wenigen Monaten erhält Isabelle Ineichen einen neuen Vorgesetzten, Ernst Eggli. Er hat grundlegend andere Vorstellungen, wie ein Unternehmen und deren Mitarbeiter geführt werden sollen. Die vielen Innovationsvorschläge von Isabelle Ineichen sind ihm ein Dorn im Auge. An den Sitzungen tut er ihre Ideen als unrealistisch und unüberlegt ab. Isabelle Ineichen fühlt sich zunehmend unglücklich an ihrem Arbeitsplatz. Auch Ernst Eggli ist unzufrieden mit der Situation.

Eines Tages bittet Ernst Eggli Isabelle Ineichen zu sich ins Büro. Er legt ihr ohne grosse Worte die Kündigung per 31. Mai 2017 auf den Tisch. Gleichzeitig bietet er ihr eine Aufhebungsvereinbarung an. Diese beinhaltet zusätzlich zu den Kündigungskonditionen eine Entschädigungszahlung im Betrag von einem Monatslohn, ein Outplacement über den Betrag von 5000 Franken und die Freistellung während der Kündigungsfrist.

Soll Isabelle Ineichen darauf einsteigen?

Immer genau prüfen!

Eine Aufhebungsvereinbarung sollte vor der Unterzeichnung genau überprüft werden. Der Abschluss einer solchen ist nur dann zu empfehlen, wenn sie im Vergleich zur Kündigung Vorteile bietet, welche der Arbeitnehmer mit der ordentlichen Kündigung nicht hätte.

Vom Abschluss einer Aufhebungsvereinbarung ist abzuraten, wenn sie einen Verzicht auf die Kündigungsfrist beinhaltet. Verzichtet man nämlich ohne Grund auf die Kündigungsfrist, kann die Arbeitslosenkasse dies mit bis zu 60 Einstelltagen sanktionieren.

Durch die Unterzeichnung einer Aufhebungsvereinbarung verliert der Arbeitnehmer den Sperrfristenschutz im Falle von Krankheit und Unfall. (Aus diesem Grund sind Arbeitgeber meist sehr an Aufhebungsvereinbarungen interessiert – lange Krankschreibungen von entlassenen Arbeitnehmern werden verhindert.) Die Aufhebungsvereinbarung sollte darum grundsätzlich mindestens einen Monatslohn Entschädigung für den Verlust des Sperrfristenschutzes beinhalten.

Weiter ist es empfehlenswert, in einer Aufhebungsvereinbarung explizit festzuhalten, welche Partei die Kündigung ausgesprochen hat. Ansonsten könnte die Aufhebungsvereinbarung von der Arbeitslosenkasse als Selbstkündigung qualifiziert werden, was wiederum zu Einstelltagen führt.

Im Falle von Isabelle Ineichen würde sich die Unterzeichnung der vorgeschlagenen Aufhebungsvereinbarung lohnen, insbesondere, da sie durch das Outplacement professionelle Hilfe bei der Stellensuche erhielte und die Freistellungszeit für die Suche einer neuen Stelle einsetzen könnte. So würde sie hoffentlich bald einen Arbeitgeber finden, der ihre innovativen Fähigkeiten zu schätzen weiss.

Weitere wichtige Punkte, welche in der Aufhebungsvereinbarung geregelt werden sollten, sind unter anderem: Auszahlung von restlichen Ferien- und Überstundensaldi, Koordination von Freistellung und Stellensuche (muss sich der Arbeitnehmer den Lohn, den er bei einem neuen Arbeitgeber verdient, an die noch laufenden Gehaltszahlungen seines alten Arbeitgebers anrechnen lassen?), Arbeitszeugnis, 13. Monatslohn, Bonus, Konkurrenzverbot, Saldoklausel (übliche Klausel in einer Aufhebungsvereinbarung, in welcher Arbeitgeber und Arbeitnehmer erklären, dass sie keine gegenseitigen Ansprüche aus dem beendeten Arbeitsverhältnis mehr haben).

Eine Aufhebungsvereinbarung muss stets unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalles überprüft werden. Der Rechtsdienst der Angestellten Schweiz steht Ihnen hierfür gerne zur Verfügung.

Caroline Hasler, Rechtsanwältin Angestellte Schweiz

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