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Mitgliedschaft Angestellte Schweiz

Ziele der Angestellten Schweiz

  • Bestmögliche Arbeitsbedingungen schaffen
  • Permanente Arbeitsmarktfähigkeit erhalten
  • Aushandlung, Umsetzung und Überwachung der Gesamtarbeitsverträge

Attraktive Dienstleistungen

  • Rechtsberatung und Rechtsschutz
  • Starke Ermässigung bei aktuellen Schulungs- und Weiterbildungsangeboten
  • Prämienvergünstigungen bei Krankenkassen und Sachversicherungen

Mitgliederbeitrag

  • Einzelmitglieder aller Branchen, inkl. MEM-Branche ohne Solidaritätsausweis, bezahlen CHF 150.- pro Jahr.
    Einzelmitglieder der MEM-Branche mit Solidaritätsausweis bezahlen CHF 260.- pro Jahr. Nach Abgabe des Solidaritätsausweises erfolgt eine Rückvergütung von CHF 170.- (Rückerstattung-Solidaritätsausweis CHF 60.- und Zuwendung CHF 110.-). Der Netto-Beitrag beträgt CHF 150.-.
  • Pensionierte bezahlen Fr. 60.- pro Jahr. Dieser Betrag ist nur gültig für bestehende Mitgliedschaften, welche ohne Unterbruch als Mitgliedschaften für Pensionierte weitergeführt werden.
  • Auszubildende bis 26 Jahre bezahlen Fr. 30.- pro Jahr.
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... für einen Mittelstand mit Zukunft

Drei auf einen Streich

Freitag, 01. Aug 2014

Es begab sich, dass ein Unternehmen auf einen Streich drei Mitarbeiter entliess. „Drei auf einen Streich“, das erinnert an ein Märchen der Gebrüder Grimm. Leider handelt es sich hier aber nicht um ein Märchen, sondern um die Realität. Aber wie im Märchen vom tapferen Schneiderlein obsiegten auch hier die Tapferen.

Die betroffenen Mitarbeiter waren längere Zeit beim Unternehmen angestellt. Während Jahren kam es bei keinem zu Klagen. Im Gegenteil, die Mitarbeiter erhielten Lob und Dank für ihre wertvolle Arbeit. Dann kam ein neuer Teamleiter – und es zogen dunkle Wolken auf. Fortan herrschte ein rauer Umgangston und das Arbeitsklima sank auf einen Tiefpunkt. Die Mitarbeiter beschwerten sich beim Chef und der Personalabteilung und verlangten Aussprachen. Aber der neue Chef wollte sich lieber mit seinen eigenen Vasallen umgeben als sich mit den angestammten Mitarbeitern abzugeben. Daher kündigte er diesen. Der Kündigungsgrund lautete bei allen drei gleich: mangelnde Leistung.

Das war offensichtlich ein vorgeschobener Grund. Nicht die Leistung war massgebend für die Kündigung, sondern das Verhältnis zwischen dem Chef und dem Team. Es schwelte während längerer Zeit ein Konflikt. Die betroffenen Mitarbeiter verstanden die Welt nicht mehr und suchten Rat beim Rechtsdienst der Angestellten Schweiz. Dieser unterstützte die Mitarbeiter mit Rat und Tat. Er führte für sie einen Prozess vor Gericht.

Im Rahmen des Prozesses wurde vom Unternehmen versucht, die Kündigungen der drei Mitarbeiter durch das Nachschieben weiterer Gründe zu rechtfertigen. Sie sollten statt auf Grund schlechter Leistungen plötzlich anlässlich einer Restrukturierung entlassen worden sein. Auch dieser Grund war zu offensichtlich vorgeschoben, als dass er als Rechtfertigung hätte dienen können. Es war eindeutig, dass die Mitarbeiter aufgrund des schlechten Betriebsklimas entlassen worden waren.

Eine Entlassung von Mitarbeitern aufgrund des Betriebsklimas kann missbräuchlich sein. Wegen einer Konfliktsituation am Arbeitsplatz kann ein Unternehmen nicht einfach Personen entlassen. Der Arbeitgeber muss sich zuerst um eine Schlichtung bemühen. Ein Arbeitgeber, der einen Konflikt zwischen seinen Mitarbeitern schwelen lässt, verletzt seine Fürsorgepflicht. Zur Konfliktschlichtung muss er Coachings und Teamgespräche veranlassen und dazu externe Berater heranziehen. Erst wenn die Schlichtung nicht gelingt, können Angestellte aufgrund eines Konfliktes entlassen werden. In unserem Fall hat das Unternehmen jegliche Schlichtungsbemühungen unterlassen. Stattdessen wurden die Mitarbeiter umgehend entlassen.

Das wollten sie sich nicht gefallen lassen. Sie klagten den Arbeitgeber wegen einer missbräuchlichen Kündigung ein. Das zuständige Gericht kam zum Schluss, dass die vom Unternehmen für die Kündigung angebrachten Gründe vorgeschoben waren. Es entschied, dass es sich daher in der Tat um missbräuchliche Kündigungen handelte. Die drei Mitarbeiter erhielten eine Entschädigung.

Die Moral von der Geschichte: Auch wenn die Situation aussichtslos und die Aufgabe schwierig scheint, kann es sich lohnen, die Herausforderung mit Unterstützung des Rechtsdienstes der Angestellten Schweiz anzunehmen.

Alex Ertl, Rechtsanwalt, CAS Arbeitsrecht, Angestellte Schweiz

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