JavaScript ist in Ihrem Browser deaktiviert. Ohne JavaScript funktioniert die Website nicht korrekt.

Mitgliedschaft Angestellte Schweiz

Ziele der Angestellten Schweiz

  • Bestmögliche Arbeitsbedingungen schaffen
  • Permanente Arbeitsmarktfähigkeit erhalten
  • Aushandlung, Umsetzung und Überwachung der Gesamtarbeitsverträge

Attraktive Dienstleistungen

  • Rechtsberatung und Rechtsschutz
  • Starke Ermässigung bei aktuellen Schulungs- und Weiterbildungsangeboten
  • Prämienvergünstigungen bei Krankenkassen und Sachversicherungen

Mitgliederbeitrag

  • Einzelmitglieder aller Branchen, inkl. MEM-Branche ohne Solidaritätsausweis, bezahlen CHF 150.- pro Jahr.
    Einzelmitglieder der MEM-Branche mit Solidaritätsausweis bezahlen CHF 260.- pro Jahr. Nach Abgabe des Solidaritätsausweises erfolgt eine Rückvergütung von CHF 170.- (Rückerstattung-Solidaritätsausweis CHF 60.- und Zuwendung CHF 110.-). Der Netto-Beitrag beträgt CHF 150.-.
  • Pensionierte bezahlen Fr. 60.- pro Jahr. Dieser Betrag ist nur gültig für bestehende Mitgliedschaften, welche ohne Unterbruch als Mitgliedschaften für Pensionierte weitergeführt werden.
  • Auszubildende bis 26 Jahre bezahlen Fr. 30.- pro Jahr.
Schliessen
  • teaser schmal rotharige

... für einen Mittelstand mit Zukunft

Ferien mit Nachwirkungen

Freitag, 01. Mai 2015

Conny, Rocco und Fritz sind aus unterschiedlichen Gründen für neun Wochen nicht arbeitsfähig. Der Chef kürzt allen Dreien darum die Ferien. Er hat dabei aber übersehen, dass er das nicht in jedem Fall gleich handhaben kann.

Conny Vaccanze hat nach ihrer erfolgreichen Stellensuche die neue Stelle angetreten. Mit ihren neuen Arbeitskollegen Rocco Angeli und Fritz Loosli versteht sie sich blendend. Die Drei beschliessen, gemeinsam in die Ferien zu fahren. Sie wollen in Griechenland ein paar unbeschwerte Tage geniessen.

Das fröhliche Trio besucht für ein Essen ein malerisches Fischrestaurant am Hafen. Die Sonne brennt, der Ouzo fliesst und die Stimmung ist ausgelassen. Fritz Loosli entscheidet sich für einen „leckeren“ Fisch aus der Auslage – so nah am Hafen sollte der Fisch ja frisch sein. Die Drei trinken und essen ausgelassen. Bald wird Fritz Loosli vom Fisch aber übel. Er verlässt die Runde und verbringt den Rest der Ferien mit einer Salmonellenvergiftung im Hotelzimmer.

Conny Vaccanze und Rocco Angeli geniessen die Ferien auch ohne Fritz. Bei romantischen Abendspaziergängen am Strand mit kitschigen Sonnenuntergängen kommen sie sich näher und geniessen bald einen heissen Ferienflirt.

Die Folgen

Die Ferien sind vorbei. Fritz Loosli hat es böse erwischt. Er ist nach den Ferien weiterhin krank geschrieben, für insgesamt neun Wochen.

Auch Conny Vaccanze plagt seit den Ferien ein Unwohlsein, sie muss vor allem morgens öfter erbrechen. Zuerst denkt sie ebenfalls an eine Salmonellenvergiftung. Ihr Arzt findet aber einen anderen Grund: Conny Vaccanze ist in glücklichen Umständen. Sie fällt bei der Arbeit wegen der Schwangerschaftsübelkeit für neun Wochen aus.

Rocco Angeli freut sich so über Connys Nachricht, dass er sich gleich mit seinen Freunden vom Schützenverein betrinkt. In sturzbetrunkenem Leichtsinn klaut er ein Fahrrad für den Nachhauseweg. Weit kommt er nicht, er baut einen Unfall und verletzt sich. Rocco fällt ebenfalls für insgesamt neun Arbeitswochen aus.

Der Chef ist gar nicht erfreut über den Ausfall seiner Angestellten. Er kürzt ihnen kurzerhand die Ferien. Darf er das? Schliesslich sind ja alle ärztlich bestätigt „arbeitsunfähig“.

Die rechtlichen Auswirkungen

Gemäss Art. 329b OR dürfen die Ferien gekürzt werden. Es werden aber Gründe der Verhinderung an der Arbeitsleistung unterschieden. Bei unseren drei Freunden hat der Artikel darum unterschiedliche Auswirkungen:

Rocco Angeli baute betrunken mit einem gestohlenen Fahrrad einen Unfall. Ihn trifft ein Verschulden an seiner Verhinderung an der Arbeitsleistung. Der Chef darf darum seine Ferien kürzen (Art. 329b Abs. 1 OR). Für jeden vollen Monat der Arbeitsverhinderung um einen Zwölftel. Macht für Rocco zwei Zwölftel.

Fritz Loosli ist unverschuldet an seiner Arbeitsleistung verhindert. Er geniesst einen Ferienkürzungsschutz von einem Monat (Art. 329b Abs. 2 OR). Da er aber neun Wochen fehlt, können ihm ab dem zweiten Monat Absenz die Ferien gekürzt werden. Er muss eine Kürzung um einen Zwölftel hinnehmen.

Conny Vaccanze fehlt aufgrund der Schwangerschaft. Auch sie geniesst einen besonderen Ferienkürzungsschutz. Bei Schwangerschaft beträgt dieser zwei Monate (Art. 329b Abs. 3 OR). Erst ab dem dritten vollendeten Monat dürfen ihr die Ferien gekürzt werden. Da sie nur neun Wochen fehlt, kommt sie ohne Ferienkürzung davon.

Obwohl alle gleich lange an ihrer Arbeitsleistung verhindert sind, können die Ferien also nicht bei allen gleich gekürzt werden. Es kommt darauf an, warum man an der Arbeitsleistung verhindert ist.

Dr. Alex Ertl, Rechtsanwalt Angestellte Schweiz

Login
Kontakt
Suchen