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Mitgliedschaft Angestellte Schweiz

Ziele der Angestellten Schweiz

  • Bestmögliche Arbeitsbedingungen schaffen
  • Permanente Arbeitsmarktfähigkeit erhalten
  • Aushandlung, Umsetzung und Überwachung der Gesamtarbeitsverträge

Attraktive Dienstleistungen

  • Rechtsberatung und Rechtsschutz
  • Starke Ermässigung bei aktuellen Schulungs- und Weiterbildungsangeboten
  • Prämienvergünstigungen bei Krankenkassen und Sachversicherungen

Mitgliederbeitrag

  • Einzelmitglieder aller Branchen, inkl. MEM-Branche ohne Solidaritätsausweis, bezahlen CHF 150.- pro Jahr.
    Einzelmitglieder der MEM-Branche mit Solidaritätsausweis bezahlen CHF 260.- pro Jahr. Nach Abgabe des Solidaritätsausweises erfolgt eine Rückvergütung von CHF 170.- (Rückerstattung-Solidaritätsausweis CHF 60.- und Zuwendung CHF 110.-). Der Netto-Beitrag beträgt CHF 150.-.
  • Pensionierte bezahlen Fr. 60.- pro Jahr. Dieser Betrag ist nur gültig für bestehende Mitgliedschaften, welche ohne Unterbruch als Mitgliedschaften für Pensionierte weitergeführt werden.
  • Auszubildende bis 26 Jahre bezahlen Fr. 30.- pro Jahr.
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... für einen Mittelstand mit Zukunft

Mailen bis zur Kündigung

Montag, 01. Jul 2013

Hermine Schreib realisiert ihre lang ersehnte Südamerikareise dank einem unbezahlten Urlaub bei der Frei AG. Jede Woche sucht sie ein Internetcafe auf und erzählt ihren zuhause gebliebenen Freunden per E-Mail von ihren Abenteuern. Auch Rolf Hunziker, der neue Lehrling der Frei AG, erhält regelmässig E-Mails von Hermine. Mit Rolf mailt Hermine besonders gern, da er sie bezüglich Klatsch und Tratsch aus dem Büro auf dem Laufenden hält. Einmal erlaubt sich Hermine einen Scherz und schickt Rolf ein pornografisches Bild an seine geschäftliche E-Mailadresse. In der Betreffzeile vermerkt sie „Achtung sehr privat“. – Die nächste E-Mail, die Hermine aus der Schweiz erhält, ist die Kündigung. Hermines Chef hat die betreffende E-Mail gelesen.

Darf der Arbeitgeber private E-Mails von Mitarbeitern lesen?

Verglichen mit konventioneller Post gehören E-Mails – was die Sicherheit ihrer Übertragung betrifft – zur Kategorie Postkarten. Sie können von jedermann auf ihrem Weg zum Empfänger abgefangen, gelesen und verändert werden. Der Vorgesetzte hat also die technische Möglichkeit, Einsicht in die E-Mails seiner Mitarbeiter zu nehmen. Private E-Mails darf er jedoch nicht einmal dann lesen, wenn im Betrieb ein privates E-Mail-Verbot herrscht. Ist weder aufgrund der Adressierungselemente noch aufgrund eines Vermerks „privat“ erkennbar, dass es sich um eine private Nachricht handelt, darf der Arbeitgeber davon ausgehen, dass die E-Mail beruflich ist. Die Einsicht in erkennbar private E-Mails ist nur mit richterlicher Genehmigung für die Verfolgung von Verbrechen oder Vergehen zulässig.

Darf der Arbeitgeber die E-Mail-Nutzung im Betrieb überwachen?

Bevor der Arbeitgeber eine Überwachung durchführen darf, muss er alle organisatorischen, rechtlichen und technischen Massnahmen gegen eine missbräuchliche Nutzung des Internetzugangs ergreifen. Dann darf er stichprobenartige, anonyme Kontrollen vornehmen. Eine personenbezogene Überwachung ist nur während einer beschränkten Zeit zulässig. Zudem müssen die Arbeitnehmer vorgängig mittels Überwachungsreglement über eine allfällige Überwachung informiert werden und ein Missbrauch festgestellt worden sein.

Darf der Arbeitgeber die private E-Mail-Nutzung vollständig verbieten?

Ein absolutes Verbot der privaten E-Mailnutzung ist zulässig und ergibt sich aus dem arbeitsrechtlichen Weisungsrecht des Arbeitgebers. Wenn in einem Betrieb keine Regelung betreffend privater Internet- und E-Mailnutzung vorhanden ist, kann der Arbeitnehmer davon ausgehen, dass sie erlaubt ist. Die private Nutzung kann jedoch auch in diesem Fall missbräuchlich sein.

Wann liegt ein sogenannter Missbrauch vor?

Einerseits liegt ein Missbrauch vor, wenn gegen das Nutzungsreglement verstossen wird. Wurde kein Reglement erlassen, ist die private Nutzung missbräuchlich, wenn die arbeitsrechtliche Treuepflicht und das Verhältnismässigkeitsprinzip durch eine übermässige Nutzung verletzt werden. Denn übermässiges Surfen und E-Mailen während der Arbeitszeit schadet dem Unternehmen finanziell, kann den ganzen Datenverkehr eines Betriebes lahm legen und die Speicherkapazität überfordern. Der Arbeitnehmer hat auch bei der E-Mail-Nutzung die Interessen des Arbeitgebers zu wahren. So darf beispielsweise die Arbeitsleistung durch die private Nutzung nicht beeinträchtigt werden.

Wie darf der Arbeitgeber Missbrauch bestrafen?

Denkbare Sanktionen sind Abmahnungen, die Sperrung des Internetzugriffs, Schadenersatzforderungen, Entlassungen oder eine Strafanzeige. Arbeitsrechtliche Sanktionen dürfen nur bei absoluter Sicherheit über die Identität des fehlbaren Arbeitnehmers getroffen werden. Sie müssen in ihrem Umfang bereits im Überwachungsreglement bestimmt sein. Zudem muss der Grundsatz der Verhältnismässigkeit beachtet werden.

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