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Mitgliedschaft Angestellte Schweiz

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... für einen Mittelstand mit Zukunft

Undank ist der Welten Lohn – wenn man sich nicht wehrt

Dienstag, 01. Okt 2013

Felice Formica ist ein guter,zuverlässiger und vor allem äusserst fleissiger Angestellter. Als eigentliche Frohnatur geht er mit einer positiven «you can do it»-Einstellung durchs Leben.An der Arbeitsstelle setzt er sich voll für das Unternehmen ein.Bis er auf einen Chef trifft,der sein überdurchschnittliches Engagement schamlos ausnützt und ihn regelrecht in ein Burnout treibt.

Obwohl der Chef genau weiss, dass Felice Formica mit Arbeit mehr als eingedeckt ist und er täglich mehr als zehn Stunden arbeitet, lässt er ihn gewähren. Ja er lobt ihn dafür, dass er mit seiner grossen Einsatzfreude so viel bewältigen kann. Als «Dank» gibt er ihm immer noch mehr Arbeit. Für den Chef ist die Situation perfekt. Er muss sich keine Gedanken um eine Entlastung machen, denn Formica vermag ja offenbar immer noch mehr Arbeit zu bewältigen. Um die Überstunden muss sich er sich ebenfalls nicht sorgen, denn im Arbeitsvertrag von Formica steht: «Überstunden sind wegbedungen und werden pauschal mit einer Woche mehr Ferien vergütet».

Arbeiten bis zum Umfallen

Für Felice Formica hingegen ist die Situation alles andere als perfekt. Die Arbeit erstickt ihn beinahe. Er krampft bald Tag und Nacht und wird müder und müder. Felices Frau wirft ihm schliesslich vor, dass die Arbeit für ihn wichtiger sei als sie. Für Formica ist jetzt klar: Es muss sich etwas ändern. Er sucht das Gespräch mit dem Vorgesetzten und bittet ihn dringend um Entlastung. Dem Vorgesetzten will nicht gefallen, dass sein bestes Arbeitstier zu bocken anfängt, wie er findet – er schlägt ihm den Wunsch rundweg ab. Für die Situation von Formica zeigt er keinerlei Verständnis. Vielmehr droht er mit Entlassung, falls Formica weniger arbeite.

Das will Felice Formica nicht riskieren und er arbeitet, immer schwereren Herzens, weiter. Er wird stets müder, gereizter und energieloser. Bis eines Morgens seine Batterien soleer sind, dass er es nicht mehr aus dem Bett schafft. Formica will nur noch schlafen – aber gerade das fällt ihm immer schwerer. Er bleibt zwei Tage zu Hause. Weil er danach nicht weniger erschöpft ist, geht er zum Hausarzt. Nach der Untersuchung schickte ihn dieser mit der Diagnose «Burnout» in eine Klinik. Mit Arbeiten ist es für sechs Monate vorbei.

Bereits nach einem Monat erhält Formica nur noch 80% Lohn ausbezahlt. Der Chef gibt ihm nur gerade das, was er von der Krankentaggeldversicherung erhält. Formica büsst also für das halbe Jahr Abwesenheit einen Monatslohn Verdienst ein (20% x 5 Monate). Als er wieder genesen ist, ärgert sich Formica über die Undankbarkeit seines Vorgesetzten. Er fragt sich, ob er das Unternehmen belangen könnte und holt sich Rat bei den Angestellten Schweiz ein.

Ein Chef ist kein Sklaventreiber

Grundsätzlich hat der Arbeitgeber die Persönlichkeit des Arbeitnehmers zu achten und zuschützen. Er muss zudem auf seine Gesundheit Rücksicht nehmen. Er darf die Angestellten nicht über Gebühr beanspruchen und keine Arbeitsbedingungen schaffen, die Stress verursachen.

Der Chef von Felice Formica war genau im Bild, wie viel dieser arbeitete. Er nützte den Fleiss von Formica geradezu schamlos aus. Dadurch verletzte er die Fürsorgepflicht gemäss Gesetz (Art. 328 OR) in grober Weise. Er hätte Formica nicht so viel arbeiten lassen dürfen, sondern zusätzlich Personal einstellen oder die Arbeit anders organisieren müssen.

Formica hat durch dieses Verhalten des Chefs eine körperliche Schädigung und eine Lohneinbusse erlitten. Er hat, wenn er gegen den Arbeitgeber vorgeht, gute Chancen, Schadenersatz für die Lohneinbusse zu erhalten. Da das Verfahren aber sehr anspruchsvoll ist, empfiehlt es sich für ihn, einen Rechtsvertreter beizuziehen.

Alex Ertl, Rechtsanwalt Angestellte Schweiz

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