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Mitgliedschaft Angestellte Schweiz

Ziele der Angestellten Schweiz

  • Bestmögliche Arbeitsbedingungen schaffen
  • Permanente Arbeitsmarktfähigkeit erhalten
  • Aushandlung, Umsetzung und Überwachung der Gesamtarbeitsverträge

Attraktive Dienstleistungen

  • Rechtsberatung und Rechtsschutz
  • Starke Ermässigung bei aktuellen Schulungs- und Weiterbildungsangeboten
  • Prämienvergünstigungen bei Krankenkassen und Sachversicherungen

Mitgliederbeitrag

  • Einzelmitglieder aller Branchen, inkl. MEM-Branche ohne Solidaritätsausweis, bezahlen CHF 150.- pro Jahr.
    Einzelmitglieder der MEM-Branche mit Solidaritätsausweis bezahlen CHF 260.- pro Jahr. Nach Abgabe des Solidaritätsausweises erfolgt eine Rückvergütung von CHF 170.- (Rückerstattung-Solidaritätsausweis CHF 60.- und Zuwendung CHF 110.-). Der Netto-Beitrag beträgt CHF 150.-.
  • Pensionierte bezahlen Fr. 60.- pro Jahr. Dieser Betrag ist nur gültig für bestehende Mitgliedschaften, welche ohne Unterbruch als Mitgliedschaften für Pensionierte weitergeführt werden.
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Ungerechtfertigt gekündigt ist trotzdem gekündigt

Freitag, 01. Nov 2013

Liegen wichtige Gründe vor, kann einer Angestellten auch während einer Krankheit fristlos gekündigt werden. Erweist sich diese Kündigung als grundlos, gilt das Arbeitsverhältnis dennoch als aufgelöst. Die Angestellte ist doppelt bestraft, wie unser Rechtsfall zeigt.

Maria arbeitete seit bald sieben Jahren im Haus der Arztfamilie R. Sie war die Hausfee, stets verfügbar. Maria sprang in die Bresche, wenn die Babysitterin unangemeldet nicht zur Arbeit erschien. Bei jedem Notfall oder wenn die Kinder sie vermissten, liess man sie kommen, ob sie nun in den Ferien war oder frei hatte. Maria war immer bereitwillig zur Stelle und übernahm ohne Widerrede zusätzliche Arbeiten.

Plötzlich und ohne erkennbaren Grund für Maria konnte sie Frau R. nichts mehr recht machen. Sie war stets am falschen Ort und am falschen Platz und wurde angeschrien. Eines Tages wurde Frau R. sogar tätlich. Der Arbeitgeber, Arzt R., war an diesem Tag ebenfalls anwesend war und schaute während der Auseinandersetzung nur ungläubig zwischen seiner Ehefrau und Maria hin und her. Er meinte schliesslich, Maria solle nach Hause gehen. Sie befolgte diesen Ratschlag.

Auf Verwarnung folgt Kündigung

Völlig aufgelöst ging Maria am nächsten Tag zum Arzt, der sie für eine Woche krankschrieb. Sie konnte weder schlafen noch essen und weinte nur noch. Es erwartete sie aber ein weiterer Schlag: Nach einer Woche erhielt sie ein eingeschriebenes Schreiben der Rechtsanwältin ihres Arbeitgebers. Es war eine Verwarnung mit der Beschuldigung, sie habe ihre Arbeitsstelle ungerechtfertigt verlassen. Maria konnte nicht glauben, dass der Sachverhalt von Herrn R. so verdreht wurde. Sie hatte doch nur gemacht, was der Arbeitgeber ihr gesagt hatte. Maria schaltete einen Anwalt ein, der sofort auf die Verwarnung reagierte. Auf sein Schreiben folgte aber keine Antwort der Rechtsvertreterin des Arbeitgebers, sondern – nach über zwei Wochen – eine fristlose Kündigung vom Arbeitgeber. „Ist diese gültig?“, fragte sich Maria entsetzt.

Anspruch auf Ersatz und Entschädigung

Eine ordentliche Kündigung wäre nichtig, da sie während der Krankheit der Arbeitnehmerin ausgesprochen wurde. Maria erhielt aber eine fristlose Kündigung, und da ist die Rechtslage anders. Eine solche kann nämlich beim Vorliegen wichtiger Gründe auch bei Krankheit ausgesprochen werden. Dazu kommt, dass sie auf jeden Fall wirksam wird, das Arbeitsverhältnis also als aufgelöst gilt. Dies ist auch der Fall, wenn sich später herausstellt, dass die Kündigung ungerechtfertigt war. Die Arbeitnehmerin hat lediglich Anspruch auf Ersatz dessen, was sie verdient hätte, wenn das Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist oder durch Ablauf der bestimmten Vertragszeit beendigt worden wäre, plus auf eine Entschädigung. Ein Anspruch auf eine Wiedereinstellung existiert nicht. Maria wird sicher nicht an ihre Stelle zurückkehren können.

Mühsamer Rechtsweg

Diese Rechtslage ist für Angestellte sehr unbefriedigend. Eine fristlose Kündigung war im vorliegenden Fall offensichtlich ungerechtfertigt, denn es lag kein wichtiger Grund vor. Die Kündigung wurde nämlich erst mehr als zwei Wochen nach der Verwarnung ausgesprochen. Die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses wäre aus rechtlicher Sicht für den Arbeitgeber zumutbar gewesen.

Maria musste nun nicht nur eine neue Arbeitsstelle suchen, sondern auch noch ihre Ansprü- che geltend machen. Dies geschieht meist auf gerichtlichem Weg, und dieser kann sehr schnell sehr teuer werden. Das bringt leider viele Angestellte davon ab, einen klar durchsetzbaren Anspruch einzuklagen. Aber zum Glück gibt es die Angestellten Schweiz, die Betroffene in solchen Fällen tatkräftig unterstützen.

Sandra Esteves Gonçalves lic. iur., Rechtsanwältin Angestellte Schweiz

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