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Mitgliedschaft Angestellte Schweiz

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Warum Marcia Lenz ihre Arbeitszeit nicht einfach absitzen muss

Donnerstag, 17. Dez 2015

Marcia Lenz arbeitet bei einer Bank als Kundenbetreuerin. Ihr Job gefällt ihr ganz gut. Mit den Kunden pflegt sie einen intensiven Kontakt, telefoniert oft mit ihnen und trifft sie zum Business-Lunch. Sie ist daher bei ihren Kunden äusserst beliebt.

Der Arbeitgeber ist über die „Sozialkompetenz“ von Marica Lenz weniger erfreut. Er betrachtet sie als Faulenzerin, die ausser zum Reden zu nichts zu gebrauchen sei. Der Arbeitgeber kündigt darum Marcia Lenz die Arbeitsstelle. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate.

Unmittelbar nach der Kündigung wird Marcia Lenz komplett von der Kundenbetreuung abgeschnitten. Sie hat keinen Kundenkontakt mehr und auch die weiteren Aufgaben werden ihr entzogen. Man teilt ihr auch keine neue Arbeit zu.

Marcia Lenz wird aber nicht freigestellt. Sie muss weiterhin jeden Tag zur Arbeit kommen und „Präsenz markieren“. Der Arbeitgeber sagt, es wäre ihm egal, was sie mache, Hauptsache sie sei im Betrieb.

Dolce far niente wird zur Belastung

So sitzt Marcia von morgens bis abends im Büro, spielt auf dem Handy oder telefoniert mit Freundinnen. Anfangs findet sie es gemütlich, einfach ein wenig das „dolce far niente“ zu geniessen. Nach zwei Wochen hat sie aber die Nase voll. Sie findet es aber schikanös, dass sie nicht komplett freigestellt wird. Marcia bittet darum den Chef um ihre Freistellung. Dieser reagiert wütend und stellt sich auf den Standpunkt „Arbeit gegen Geld“. Wenn sie Geld wolle, habe sie auch zur Arbeit zu erscheinen.

Das ist aber genau der springende Punkt: Marcia würde gern arbeiten, bekommt aber keine Arbeit zugeteilt. Sie greift darum zum Telefon und ruft den Rechtsdienst der Angestellten Schweiz an. Sie will wissen, ob der Chef sie einfach so „einbestellen“ kann, ohne ihr Arbeit zuzuteilen.

Gar keine Arbeit zuteilen ist missbräuchlich

Die Rechtsabteilung der Angestellten Schweiz nimmt wie folgt Stellung:

Grundsätzlich ist der Arbeitgeber befugt, im Rahmen seines Weisungsrechts den Umfang der Arbeit zu bestimmen. Er kann ihn also auch reduzieren. Wird das Arbeitsvolumen aber auf ein Minimum gesetzt, birgt dies ein Missbrauchspotenzial. Bestellt ein Arbeitgeber einen Arbeitnehmer zur Arbeit ein, ohne ihn wie bis anhin und wie im Arbeitsvertrag abgemacht zu beschäftigen (allenfalls in einem anderen Bereich), steht nicht die ursprünglich vereinbarte Arbeitsleistung im Vordergrund. Hier geht es einfach darum, den Arbeitnehmer von einer bezahlten Freistellung, von Ferien oder davor abzuhalten, eine andere Stelle anzutreten. Der Arbeitgeber verfolgt also Absichten, die gegen Treu und Glauben verstossen. Dieses Verhalten ist missbräuchlich.

Ebenso missbräuchlich verhält sich ein Arbeitgeber, der einen Mitarbeiter zwar freistellt, aber verlangt, dass sich dieser für kurzfristige Einsätze beim Arbeitgeber zur Verfügung zu halten hat. Unter welchen Voraussetzungen und unter welcher Vorankündigungsfrist er allenfalls zur Arbeit zu erscheinen hat, muss klar kommuniziert werden. Der Arbeitnehmer muss die Möglichkeit haben, sich während der Freistellung sinnvoll zu entfalten. Je kürzer die Vorankündigungsfrist ist, desto schikanöser ist sie.

Grundsätzlich gilt: Auch ein gekündigter Arbeitnehmer muss wie bis anhin sinnvoll beschäftigt werden. Wird er es nicht, ist er vollumfänglich freizustellen. Bei Marcia Lenz liegt der Fall also klar: Sie muss vom Arbeitgeber freigestellt werden.

 

Dr. Alex Ertl, Rechtsanwalt Angestellte Schweiz

 

In Anlehnung an: Die Freistellung des Arbeitnehmers, Alfred Blesi, Zürich, 2010

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