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Mitgliedschaft Angestellte Schweiz

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... für einen Mittelstand mit Zukunft

Warum Willy Fremd wegen Ashley Madison Frau und Job verlieren kann

Mittwoch, 01. Jul 2015

Seine Registrierung bei Ashley Madison kann für Willy Fremd tragische Konsequenzen haben: Eine hässliche Scheidung und der Verlust des Arbeitsplatzes. Lesen Sie, weshalb ihn der Arbeitgeber entlassen könnte.

Die Meldung, dass das Fremdgehportal Ashley Madison gehackt wurde und dass die Kundendaten auf dem Internet publiziert wurden, bedeutet für Willy Fremd nichts Gutes. Er hat sich dort mit seiner Geschäftsmail-Adresse eingeschrieben und ist einige Male von seinem Arbeitsplatz auf der Ashley-Madison-Website gesurft. Willy Fremd wendet sich an die Angestellten Schweiz, weil er befürchtet, fristlos entlassen zu werden.

Geschäftsmailadresse für private Zwecke missbraucht

Der grösste Teil der Unternehmen regelt heute die Nutzung der firmeninternen Informatik-Systeme. Oft ist eine private Nutzung der IT-Infrastruktur des Arbeitgebers untersagt oder strikt reglementiert. In Willy Fremds Firma fehlt jedoch eine solche Regelung. Man könnte also denken, dass Willy nichts riskiert ausser einer mühsamen Scheidung. Es kommt in seinem Fall jedoch noch eine andere rechtliche Bestimmung ins Spiel: Der Arbeitnehmer ist gegenüber dem Arbeitnehmer zu Sorgfalt und Treue verpflichtet.

Die einem Angestellten vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Computer und die IT-Infrastruktur sind Arbeitsinstrumente gemäss Artikel 321a Absatz 2 OR. Der Artikel betont die Pflicht der Arbeitnehmenden, die berechtigten Interessen des Abeitgebers in guten Treuen zu wahren. Willy Fremd hat nun aber die Informatik-Systeme (Email und Computer) für private Zwecke benutzt, welche die Interessen des Arbeitgebers gefährden könnten. Eine solche Nutzung ist zu vermeiden, es sei denn, der Arbeitgeber erlaubt sie ausdrücklich. Weil er diese Erlaubnis nicht hat, hat Willy Fremd seinen Arbeitsvertrag sachlich verletzt. Sein Verhalten entspricht nicht der Sorgfalts- und Treuepflicht. Mit welchen Sanktionen muss er rechnen?

Fristlose Entlassung unter gewissen Umständen

Weil die private Nutzung der IT-Infrastruktur des Unternehmens nicht explizit in Willy Fremds Arbeitsvertrag oder in einem Reglement verboten ist, könnte er einer fristlosen Entlassung entgehen. Hat er sich am Arbeitsplatz nur gelegentlich und nur für kurze Zeit bei Ashley Madison eingeloggt – was vom Arbeitgeber überprüft werden kann – dann ist eine fristlose Entlassung nicht gerechtfertigt. Die Verletzung des Arbeitsvertrags ist in dem Fall nicht genügend stark, um einen Vertrauensbruch geltend zu machen, der wiederum eine sofortige Entlassung begründen könnte.

Das Fremdgehportal Ashley Madison mag zwar moralisch fragwürdig sein, der Dienst betrifft aber das Privatleben. Sofern seine Nutzung die Arbeit nicht beeinträchtigt, ist in unserer Einschätzung eine fristlose Entlassung nicht zu rechtfertigen. Der Arbeitgeber könnte jedoch eine normale Kündigung aussprechen. Ob eine solche missbräuchlich wäre hängt davon ab, wie ein Richter die Umstände und die moralischen Aspekte beurteilen würde – es besteht ein gewisser Spielraum.

Gegen eine fristlose Entlassung könnte sich Willy Fremd also mit Aussicht auf Erfolg wehren. Eine ordentliche Kündigung hingegen könnte sich als gerechtfertigt erweisen.

In Zeiten von Smartphones empfehlen die Angestellten Schweiz ihren Mitgliedern, sich über Geräte mit dem Internet zu verbinden, die klar keine Arbeitsinstrumente sind. Dies soll zudem ausserhalb der Arbeitszeit geschehen.

Pierre Serge Heger, Rechtsanwalt Angestellte Schweiz

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