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Die MEM-Industrie läuft rund – fertig mit Vertröstungstaktik, Angestellte Schweiz fordern deutlich mehr Lohn

Dienstag, 28. Aug 2018

Die heute von Swissmem publizierten Zahlen für die MEM-Industrie zeigen, dass die Lohnforderungen der Angestellten Schweiz mehr als gerechtfertigt sind.

Die heute veröffentlichten Zahlen von Swissmem sprechen eine deutliche Sprache: Der MEM-Industrie geht es blendend. Der aktuelle Geschäftsgang ist hervorragend und die Aussichten sind auch sehr gut. Der Industrie in der Schweiz läuft es überhaupt deutlich besser als andern Wirtschaftszweigen. Dies zeigen auch die makroökonomischen Wirtschaftsdaten zum Wachstum und zur Arbeitsproduktivität in den Branchen MEM und Chemie/Pharma gemäss den Erhebungen von BAK Economics. Daraus leiten die Angestellten Schweiz die Forderung nach spürbaren Lohnerhöhungen ab. Für die Industrie fordern sie 2,3 Prozent mehr Lohn.

Die Industrie-Angestellten lassen sich nicht weiter vertrösten, nachdem sie in den letzten zehn Jahre Fitnesskuren geschluckt und teilweise längere Arbeitszeiten in Kauf genommen haben. Drei weitere Gründe sprechen für Lohnerhöhungen: Der sich weiter akzentuierende Fachkräftemangel, den auch Swissmem feststellt, die für 2019 erwartete Teuerung von 0,8% sowie der Nachholbedarf seit der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008.

Auch Angestellte sollen etwas vom Dividendensegen haben

Ein Nachholbedarf ergibt sich auch aus den deutlich höheren Ausschüttungen von Dividenden. Gemäss einem Bericht der Sendung Rendez-vous auf Radio SRF vom 16. März 2018 wollen die 120 grössten börsenkotierten Unternehmen der Schweiz 47 Mil-liarden Franken an Dividenden auszahlen – rund dreimal mehr als vor zehn Jahren. Die Zahlen basieren auf Schätzungen der Privatbank Pictet. Die Angestellten Schweiz fordern, die Beschäftigten stärker an dieser Gewinnausschüttung zu beteiligen, sei es über Mitarbeiteraktien oder der Ausgabe von Aktien zu einem Vorzugspreis.

MEM-Industrie

Die MEM-Industrie konnte die Bruttowertschöpfung gemäss BAK Economics im letzten Jahr um 3,5% steigern, 2018 sollen es sogar 5,1% werden. Auch im nächsten Jahr soll das Wachstum in der MEM-Industrie immer noch 3,4% betragen. Wie sich die Arbeits-produktivität im Vergleich zum Nominallohn in den Subbranchen über bestimmte Zeit-räume entwickelt hat und im nächsten Jahr entwickeln soll, ist in der Branchenprognose von BAK Economics ersichtlich (siehe Link unten).

Die Angestellten Schweiz anerkennen, dass die einzelnen Branchen der MEM-Indus-trie unterschiedlich aufgestellt sind und sich unterschiedlich entwickelt haben. So war das Produktivitätswachstum bei den Elektrischen Ausrüstungen seit der Krise gleich hoch wie das Lohnwachstum. Der Arbeitsmarkt ist zudem, auf Grund des massiven Stellenabbaus bei General Electric, weniger angespannt. Deshalb ist hier eine Lohn-forderung von 1,4% angemessen. Für die anderen Subbranchen sollen die Lohnstei-gerungen aber bei 2% oder darüber liegen. Bis zu 2,3% sind in Unternehmen angemessen, die voll vom Aufschwung profitieren.

Chemie/Pharma

Auch die Branche Chemie/Pharma ist auf solidem Wachstumskurs. Die reale Brutto-wertschöpfung stieg 2017 um 4,3%. Für dieses Jahr prognostiziert BAK Economics sogar 6,0% und für 2019 4,6%. Ebenso solide sehen die Zahlen für die Arbeitspro-duktivität (siehe Branchenprognose BAK Economics, Link unten).

Für einmal läuft es sowohl in der chemischen als auch in der pharmazeutischen Sparte sehr gut. Die chemische Industrie konnte ihre Exporte bereits im ersten Quartal um 5,3% steigern. Der Pharmaindustrie werden neue Produktionsanlagen 2018 und 2019 weiteren Schwung verleihen. Die Angestellten Schweiz fordern deshalb sowohl für die chemische wie für die pharmazeutische Industrie Lohnerhöhungen von 1,8%.

Angestellte wollen Sicherheit, Zukunftsperspektiven und Raum für Entfaltung

„Der moderne Angestellte möchte an seinem Arbeitsplatz nicht in ein enges Korsett gezwängt werden, er möchte weitgehend selbstbestimmt sein, seine Arbeit frei und kreativ gestalten und sich am Arbeitsplatz entfalten und weiterentwickeln können“, sagt Stefan Studer, Geschäftsführer der Angestellten Schweiz. „Dazu braucht es flexible Arbeitsmodelle, welche den Angestellten ermöglichen, über ihre Arbeitszeit möglichst autonom bestimmen zu können. Sie sollen auch eine Wahloption für kürzere Arbeits-zeiten haben. Weiter sind gut ausgestattete, moderne Arbeitsplätze gefragt, ebenso wie gute und leicht zugängliche Weiterbildungsmöglichkeiten.“

Um sich ohne stete Sorgen entfalten zu können, wollen die Angestellten auf der anderen Seite aber auch Zukunftsperspektiven und eine gewisse Sicherheit in Bezug auf den Lohn, den Arbeitsplatz und die Arbeitsbedingungen. Wenn die Arbeitgeber eine Kultur der Diversität, der Integration und der Förderung und persönlichen Entwicklung der Angestellten schaffen, werden sie mit Mitunternehmenden belohnt, die sich für die Unternehmensziele kräftig ins Zeug legen und die auch wieder mehr Loyalität gegenüber dem Unternehmen zeigen werden.

Die Branchenprognosen von BAK Economics AG finden Sie hier:

 

Für Rückfragen:

Christof Burkard, Stv. Geschäftsführer Angestellte Schweiz, 044 360 11 59,
079 768 58 98

Hansjörg Schmid, Kommunikation Angestellte Schweiz, 044 360 11 21

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