JavaScript ist in Ihrem Browser deaktiviert. Ohne JavaScript funktioniert die Website nicht korrekt.

Mitgliedschaft Angestellte Schweiz

Ziele der Angestellten Schweiz

  • Bestmögliche Arbeitsbedingungen schaffen
  • Permanente Arbeitsmarktfähigkeit erhalten
  • Aushandlung, Umsetzung und Überwachung der Gesamtarbeitsverträge

Attraktive Dienstleistungen

  • Rechtsberatung und Rechtsschutz
  • Starke Ermässigung bei aktuellen Schulungs- und Weiterbildungsangeboten
  • Prämienvergünstigungen bei Krankenkassen und Sachversicherungen

Mitgliederbeitrag

  • Einzelmitglieder aller Branchen, inkl. MEM-Branche ohne Solidaritätsausweis, bezahlen CHF 150.- pro Jahr.
    Einzelmitglieder der MEM-Branche mit Solidaritätsausweis bezahlen CHF 260.- pro Jahr. Nach Abgabe des Solidaritätsausweises erfolgt eine Rückvergütung von CHF 170.- (Rückerstattung-Solidaritätsausweis CHF 60.- und Zuwendung CHF 110.-). Der Netto-Beitrag beträgt CHF 150.-.
  • Pensionierte bezahlen Fr. 60.- pro Jahr. Dieser Betrag ist nur gültig für bestehende Mitgliedschaften, welche ohne Unterbruch als Mitgliedschaften für Pensionierte weitergeführt werden.
  • Auszubildende bis 26 Jahre bezahlen Fr. 30.- pro Jahr.
Schliessen
  • teaser schmal rotharige

... für einen Mittelstand mit Zukunft

Coronavirus – arbeitnehmerfreundlichere Regelungen für besonders gefährdete Personen

Mittwoch, 22. Apr 2020

Der Bundesrat hat per 17.04.2020 die COVID-19-Verordnung 2 im arbeitsrechtlichen Bereich erfreulicherweise zugunsten der Arbeitnehmenden, die als besonders gefährdete Personen gelten, angepasst.

Im Anhang 6 der vorerwähnten Verordnung hat der Bundesrat anhand medizinischer Kriterien konkretisiert, wer zu den besonders gefährdeten Personen gehört. Beispielsweise wird das Kriterium «Diabetes» dahingehend präzisiert, dass darunter Diabetes mellitus mit Spätkomplikationen oder einem HbA1c von > 8% zu verstehen ist. Die Liste der Kriterien im Verordnungsanhang ist jedoch nicht abschliessend. Gemäss Bundesrat bleibt eine klinische Beurteilung der Gefährdung im Einzelfall vorbehalten.

Wie bis anhin dürfen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre besondere Gefährdung durch eine persönliche Erklärung geltend machen. Der Arbeitgeber kann jedoch ein ärztliches Attest verlangen.

Der neue Art. 10c COVID-19-Verordnung 2, der sich mit dem Gesundheitsschutz von besonders gefährdeten Arbeitnehmenden befasst, enthält deutlich detailliertere Regelungen und ist arbeitnehmerfreundlicher ausgestaltet als die Vorgängerversion. Nachfolgend werden die Pflichten des Arbeitgebers erläutert:

Stufe 1

Der Arbeitgeber soll den besonders gefährdeten Arbeitnehmenden ermöglichen, ihre Arbeiten von zu Hause aus zu erledigen (Home-Office) und hat dazu die geeigneten organisatorischen sowie technischen Massnahmen zu treffen.

Stufe 2

Sofern es nicht möglich ist, die angestammte Arbeit von zu Hause aus zu erfüllen, so hat der Arbeitgeber der betroffenen Arbeitnehmerin bzw. dem betroffenen Arbeitnehmer bei gleichem Lohn eine gleichwertige Ersatzarbeit zuzuweisen, die von zu Hause aus erledigt werden kann.

Stufe 3

Falls aus betrieblichen Gründen die Präsenz einer bzw. eines besonders gefährdeten Arbeitnehmenden vor Ort unabdingbar ist, so dürfen diese Personen nur unter den nachfolgenden, sehr strengen Voraussetzungen in ihrer angestammten Tätigkeit beschäftigt werden:

  • Der Arbeitsplatz muss so ausgestaltet sein, dass jeder enge Kontakt mit anderen Personen ausgeschlossen ist, beispielsweise indem ein Einzelraum oder ein klar abgegrenzter Arbeitsbereich unter Berücksichtigung des Mindestabstandes von 2 Metern zur Verfügung gestellt wird.
  • In Fällen, in denen ein enger Kontakt nicht jederzeit vermieden werden kann, sind vom Arbeitgeber angemessene Schutzmassnahmen nach dem STOP-Prinzip (Substitution, technische Massnahmen, organisatorische Massnahmen, persönliche Schutzausrüstung) zu ergreifen.

Sofern es dem Arbeitgeber nicht möglich ist, seine besonders gefährdeten Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer gemäss den Stufen 1 bis 3 zu beschäftigen, so hat er ihnen in Abweichung vom Arbeitsvertrag bei gleichem Lohn eine gleichwertige Ersatzarbeit vor Ort zuzuweisen, bei der die Vorgaben der Stufe 3 eingehalten werden.

Neu ist insbesondere, dass der Arbeitgeber die betroffene Arbeitnehmerin bzw. den betroffenen Arbeitnehmer anhören muss, bevor er die vorgesehenen Massnahmen trifft. Ausserdem können die betroffenen Arbeitnehmenden die Übernahme der ihnen zugewiesenen Arbeiten ablehnen, wenn der Arbeitgeber die oberwähnten Voraussetzungen nicht erfüllt oder wenn die betroffene Person die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus trotz der vom Arbeitgeber getroffenen Massnahmen aus besonderen Gründen als zu hoch für sich erachtet. Der Arbeitgeber kann ein ärztliches Attest verlangen.

Sollte es nicht möglich sein, betroffene Arbeitnehmende gemäss obigen Ausführungen zu beschäftigen oder lehnen diese die zugewiesene Arbeit ab, so muss sie der Arbeitgeber gemäss bundesrätlicher Verordnung unter Lohnfortzahlung freistellen. (Stand 17.04.2020)

Marilena Schioppetti, Rechtsanwältin Angestellte Schweiz

Login
Kontakt
Suchen