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Mitgliedschaft Angestellte Schweiz

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Die Geschlechtsidentität darf im Arbeitsverhältnis keine Rolle spielen

Donnerstag, 16. Dez 2021
Robin wurde als Robert geboren, fühlte sich aber nie wirklich männlich, sondern als weibliche Persönlichkeit. Darum hat sich Robin den geschlechtsneutralen Rufnamen und eine weibliche Erscheinung verpasst. Unter diesen Voraussetzungen hatte sie sich für ihre Arbeitsstelle in einem mittelgrossen Industrieunternehmen beworben und trat diese vor wenigen Wochen an. Die Geschlechtsidentität war im Bewerbungsprozess kein Thema. Nun bekundet Robins direkter Vorgesetzter aber Mühe mit Robins Transgender-Auftritt und fordert sie auf, die Geschlechtsidentität tunlichst zu verbergen. Er droht sogar damit, dass Robin bei Nichtbeachtung die Probezeit nicht bestehen könnte.

 

Robins Arbeitgeber hat sich bis anhin korrekt verhalten, indem er die Geschlechtsidentität in den Vorstellungsgesprächen nicht zum Thema machte. Gemäss Gleichstellungsgesetz, Obligationenrecht (OR) und Datenschutzgesetz sind Fragen zur sexuellen Orientierung, Transidentität oder Intergeschlechtlichkeit nicht erlaubt. Bewerbende sind auch nicht dazu verpflichtet, dazu Angaben zu machen.

 

Betroffene bestimmen selbst
Nun stehen aber eine Forderung und eine Drohung im Raum, die sich nicht mit der Arbeitsrechtsgesetzgebung in Einklang bringen lassen. Es darf nämlich von niemandem verlangt werden, die sexuelle Orientierung, Transidentität oder Intergeschlechtlichkeit geheim zu halten. Umgekehrt darf auch niemand gezwungen werden, diese offenzulegen. (Eine Ausnahme kann es bei privatrechtlichen Institutionen mit ideellem oder spirituellem Zweck geben. Eine solche müsste im Einzelfall angeschaut werden.)

 

Das gleiche Prinzip gilt bezüglich der Einstellung. Auch diese darf aufgrund der sexuellen Orientierung, Transidentität oder Intergeschlechtlichkeit nicht verweigert werden. Die Androhung, Robin aufgrund ihrer gelebten Transgenderidentität die definitive Anstellung nicht zu gewähren, ist eine Diskriminierung und verstösst gegen das Gleichstellungsgesetz und das OR. Wenn ihr wegen einer Nichtanstellung finanzielle Verluste entstehen würden, könnte sie dafür finanzielle Entschädigung verlangen.

 

Robin ist sehr froh zu erfahren, dass sie selbst bestimmen kann, was öffentlich wird und was nicht, und dass ihr aufgrund ihrer Geschlechtsidentität die Anstellung nicht verweigert werden darf. Sie wird vom Rechtsdienst der Angestellten Schweiz noch auf weitere rechtliche Punkte aufmerksam gemacht, die für sie als Transperson relevant sind.

 

Weitere wichtige Rechte
Robin darf selbst wählen, mit welchem Vornamen sie angesprochen werden will und mit welchem Pronomen: in Ihrem Fall «sie». Dies muss auch in ihren Arbeitszeugnissen so gehandhabt werden.

 

Der Arbeitgeber muss Robin sanitäre Infrastrukturen (Toiletten, Duschen, Garderoben) zur Verfügung stellen, die ihr Sicherheit bieten und ihre körperliche und geschlechtliche Integrität respektieren. Allerdings müssen die Bedürfnisse der Kolleg*innen mitberücksichtigt werden und für die Unternehmen muss die Lösung wirtschaftlich tragbar sein.

 

Sollte sich Robin für eine körperliche Geschlechtsangleichung entscheiden, darf sie deswegen nicht gekündigt werden. Sie hat zudem Anrecht auf einen Krankheitsurlaub.

 

Nicht zuletzt stellt sich bei Transgenderpersonen die Frage nach dem Pensionierungsalter. Dieses richtet sich nach dem amtlichen Geschlecht. Zur Freude Robins, die noch als Mann registriert ist, kann das amtliche Geschlecht auf Gesuch hin geändert werden (allerdings gibt es in der Schweiz, im Gegensatz zu Österreich zum Beispiel, nur männlich oder weiblich). Bei Transidentität wird in der Regel eine Bestätigung dafür von einer psychologischen oder psychiatrischen Fachperson verlangt, jedoch keine medizinische Behandlung irgendwelcher Art.

 

Robin ist sehr zufrieden mit der Beratung durch die Angestellten Schweiz und froh, dass sie ihre Identität nicht zu verstecken braucht.

 

Hansjörg Schmid

 

Antworten auf alle erdenklichen rechtlichen Fragen, die sich LGBTQ-Personen stellen können, finden sich in der Broschüre «Was gilt? LGBTI – Meine Rechte» der Universität Genf und der Städte Bern und Zürich.
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