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Mitgliedschaft Angestellte Schweiz

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Wann sind Reisewege Arbeitszeit?

Montag, 27. Jun 2022
Der Arbeitsweg ist normalerweise keine Arbeitszeit. Was aber gilt in Bezug auf Reisewege, wenn offiziell an mehreren Orten gearbeitet wird? Der Rechtsartikel klärt diese Frage.

 

Conrad Reiser ist Informatiker bei Multi-Info. Vor der Pandemie war sein Arbeitsplatz im Hauptsitz des Unternehmens in Zürich. Während der Pandemie führte das Unternehmen Home-Office ein. Nun kann Conrad Voyageur zwei Tage pro Woche von zu Hause aus arbeiten. Ausserdem reist er regelmässig zu Kunden in der ganzen Schweiz.

 

Der Informatiker kontaktiert den Rechtsdienst von Angestellte Schweiz. Sein Vorgesetzter verlangt von ihm, auf seiner monatlichen Zeitabrechnung 30 Minuten Arbeitszeit für einen Reiseweg zu streichen, den er am Freitag, den 3. Juni 2022 unternahm. Conrad Reiser weist dies zurück. Für ihn handelt es sich eindeutig um eine Dienstreise.

 

Mehrere Arbeitsorte
Freitags arbeitet Conrad Reiser normalerweise im Home-Office bei sich zu Hause in Winterthur. Am 3. Juni 2022 muss er ausnahmsweise zu einem Kunden nach Uzwil fahren. Die Fahrt von seinem Wohnort nach Uzwil dauert 30 Minuten – genau gleich lang wie die Fahrt ins Büro seines Arbeitgebers in Zürich.

 

Sein Vorgesetzter sagt ihm, sein Arbeitsweg sei nicht länger als üblich gewesen. Er beruft sich auf Artikel 13, Absatz 2 der Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz, um die Anrechnung der 30 Minuten abzulehnen. Dort heisst es: " Ist die Arbeit ausserhalb des Arbeitsortes zu leisten, an dem der Arbeitnehmer normalerweise seine Arbeit verrichtet, und fällt dadurch die Wegzeit länger als üblich aus, so stellt die zeitliche Differenz zur normalen Wegzeit Arbeitszeit dar."

 

Conrad Reiser weist seinen Vorgesetzten darauf hin, dass an diesem Tag vorgesehen war, zu Hause zu arbeiten, und nicht zu reisen. Ausserdem ist in seinem Arbeitsvertrag der Freitag klar als Home-Office-Tag vermerkt.

 

Im Fall von Conrad Reiser stellt sich die Frage, ob sein Zuhause für den 3. Juni 2022 als sein gewöhnlicher Arbeitsort angesehen werden kann. In ihrem "Handbuch Homeoffice" spricht die Arbeitsrechtlerin Isabelle Wildhaber die Problematik von Geschäftsreisen an, wenn Arbeitnehmende teilweise oder ganz im Homeoffice arbeiten und dies vertraglich vereinbart ist.

 

Greifen wir ihre Ausführungen auf. Der springende Punkt ist: Was gilt, wenn der Arbeitnehmer kurzfristig zu seinem Arbeitsplatz im Unternehmen gerufen wird, während er im Home-Office arbeitet? In diesem Fall scheint es angemessen, den normalen Arbeitsweg als Arbeitszeit zu betrachten, ähnlich wie bei einem Bereitschaftsdienst. Wurde vereinbart, dass der Arbeitnehmer ausschliesslich im Home-Office arbeitet, ist dieses sein üblicher Arbeitsplatz. Muss der Arbeitnehmer an einem anderen Ort arbeiten, gilt der Weg zu und von diesem Arbeitsort als Arbeitszeit.

 

Gesetz versus Arbeitswelt 4.0
Der Rechtsdienst von Angestellte Schweiz betrachtet die 30 Minuten Fahrzeit nach Uzwil als Arbeitszeit. Denn Conrad Reiser arbeitet am Freitag normalerweise von zu Hause aus. Diese Information ist für Conrad hilfreich. Er wird von Angestellte Schweiz bei der Durchsetzung seiner Rechte unterstützt.

 

Nicht nur Conrad Reiser befindet sich in einer solchen Situation. In einer Arbeitswelt, in der das Büro im Unternehmen nicht mehr der einzige Arbeitsplatz ist (siehe dazu die Artikel „Ich bin auch ein Wohnzimmer - das Büro nach Corona“ und „Büroarbeit 4.0“), werden gewisse Bestimmungen des Arbeitsgesetzes unklarer. Zum Beispiel diejenigen über (Geschäfts-)Reisen.

 

In einer sich ständig verändernden Arbeitswelt ist Rechtssicherheit wichtig. Deshalb setzt sich Angestellte Schweiz in der politischen Allianz „die plattform“ für arbeitsrechtliche Regelungen ein, die besser an die heutige Arbeitswelt angepasst sind. Weitere Informationen findest du in der Rubrik "Flexibles Arbeiten" auf der Website der plattform.

 

In jedem Fall steht dir der Rechtsdienst von Angestellte Schweiz beratend und klärend zur Seite.

 

Virginie Jaquet
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