JavaScript ist in Ihrem Browser deaktiviert. Ohne JavaScript funktioniert die Website nicht korrekt.

Mitgliedschaft Angestellte Schweiz

Ziele der Angestellten Schweiz

  • Bestmögliche Arbeitsbedingungen schaffen
  • Permanente Arbeitsmarktfähigkeit erhalten
  • Aushandlung, Umsetzung und Überwachung der Gesamtarbeitsverträge

Attraktive Dienstleistungen

  • Rechtsberatung und Rechtsschutz
  • Starke Ermässigung bei aktuellen Schulungs- und Weiterbildungsangeboten
  • Prämienvergünstigungen bei Krankenkassen und Sachversicherungen

Mitgliederbeitrag

  • Einzelmitglieder aller Branchen, inkl. MEM-Branche ohne Solidaritätsausweis, bezahlen CHF 150.- pro Jahr.
    Einzelmitglieder der MEM-Branche mit Solidaritätsausweis bezahlen CHF 260.- pro Jahr. Nach Abgabe des Solidaritätsausweises erfolgt eine Rückvergütung von CHF 170.- (Rückerstattung-Solidaritätsausweis CHF 60.- und Zuwendung CHF 110.-). Der Netto-Beitrag beträgt CHF 150.-.
  • Pensionierte bezahlen Fr. 60.- pro Jahr. Dieser Betrag ist nur gültig für bestehende Mitgliedschaften, welche ohne Unterbruch als Mitgliedschaften für Pensionierte weitergeführt werden.
  • Auszubildende bis 26 Jahre bezahlen Fr. 30.- pro Jahr.
Schliessen
  • teaser schmal rotharige

... für einen Mittelstand mit Zukunft

Aufkündigung des Arbeitsvertrags per Mail

Dienstag, 29. Mai 2018

Per Mail wird Jacques Weber von seinem Arbeitgeber entlassen. Er bezweifelt, dass die Entlassung rechtskräftig ist. Hat er Recht?

Jacques Weber hat bei der auf Internet-Services spezialisierten Xifex GmbH einen Kaderjob. Kommuniziert wird dort intern und extern vorwiegend elektronisch. Da die Xifex GmbH von Jacques Webers Leistungen wenig überzeugt ist, kündigt sie am 28. Dezember 2018 per Mail den Arbeitsvertrag auf den 31. März 2018. Angehängt ist ein pdf des am selben Datum unterschriebenen und bei der Post per Einschreiben aufgegebenen Kündigungsschreibens.

Jacques Weber konsultiert den Rechtsdienst der Angestellten Schweiz. Er glaubt, dass die Mail-Kündigung nicht rechtskräftig ist und seine Freistellung auf den 30. April 2018 verschoben werden muss, da er von der eingeschriebenen Kündigung erst am 4. Januar 2018 Kenntnis genommen hat. Er verweist auf das Personalreglement, das die schriftliche Form für Änderungen am Arbeitsvertrag vorschreibt. Weiter gibt er vor, vom Mail vor dem 2. Januar 2018 wegen der Feiertage keine Kenntnis gehabt zu haben – obwohl er Zugriff auf seine Geschäftsmail hatte.

Form der Auflösung des Arbeitsvertrags ist im Prinzip frei

Vorbehältlich einer Bestimmung in einem Arbeitsvertrag oder Gesamtarbeitsvertrag ist die Form der Auflösung frei. Einzig der Lehrvertrag kennt formale Auflösungsregeln. Eine Kündigung des Arbeitsvertrags kann sehr wohl mündlich erfolgen. Das ist sogar oft der Fall, denn die Arbeitgeber laden Betroffene normalerweise zu einem Gespräch ein, um ihre Entscheidung zu kommunizieren.

Auch wenn die Form der Kündigung im Prinzip frei ist und zum Beispiel über Mail oder ein anderes internetbasiertes Medium erfolgen kann, empfiehlt sich für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer die schriftliche Form mit Eingangsbestätigung. Den Erhalt einer Kündigung an einem bestimmten Datum nachzuweisen obliegt im Falle einer Anfechtung nämlich dem Absender.

Jacques Weber hat Unrecht

In unserem Fall handelt es sich – einerseits – nicht um eine Änderung des Arbeitsvertrags. Jacques Weber kann sich nicht auf das Reglement seines Arbeitgebers berufen, um die Form der Kündigung anzufechten. Kann der Arbeitgeber – andererseits – nachweisen, dass der Angestellte vom Mail am Tag des Versands Kenntnis genommen hat, oder nehmen konnte, dann gilt die Kündigung per 31. März 2018. Die Beweise sind im IT-System des Unternehmens geloggt.

In einem ähnlichen, vom Gericht im Kanton Zürich beurteilten Fall, konnte der Arbeitgeber nachweisen, dass sein Angestellter Kenntnis hatte von einem Mail mit der auf den 28. Dezember 2017 datierten Kündigung. Der Betroffene hatte nämlich an diesem Tag mit zwei Kunden per Mail kommuniziert.

Lassen Sie sich beraten!

Die Digitalisierung, die Virtualisierung und die neuen Technologien ziehen, wie unser Fall zeigt, teilweise komplexe rechtliche Konsequenzen nach sich. Das auf der Vertragsfreiheit basierende Arbeitsrecht besteht aus unternehmensbezogenen Regeln, die oft veraltet und vom technischen Fortschritt überholt sind und somit den Herausforderungen der heutigen Zeit nicht mehr gerecht werden. Unser Rechtsdienst hilft Ihnen bei Rechtsfragen gerne weiter.

Pierre Serge Heger, Rechtsanwalt Angestellte Schweiz

Login
Kontakt
Suchen