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Eigener Laptop am Arbeitsplatz - dies gilt es zu beachten

Dienstag, 29. Jan 2019

Brigitta Own De Vici tritt ihre neue Stelle als Aussendienstmitarbeiterin bei BYOD AG an. Normalerweise erhalten die neuen Mitarbeitenden bei der Anstellung einen Firmenlaptop zur geschäftlichen Verwendung ausgehändigt. Brigitta möchte allerdings am liebsten ihren eigenen privaten Laptop auch für geschäftliche Zwecke gebrauchen. Die BYOD AG ermöglicht dies ihren Mitarbeitenden. Auf was haben sich das Unternehmen und Brigitta dabei eingelassen?

„Bring Your Own Device“ – kurz BYOD – ist ein einschlägiges Trendwort und bedeutet, dass Mitarbeitende ihr eigenes Gerät für geschäftliche Zwecke einsetzen können. In der Regel werden Privatgeräte der Mitarbeitenden in einem solchen Fall dem firmeneigenen IT-Netzwerk sowie einschlägigen Nutzungsrichtlinien unterworfen. Das Eigentum am Gerät verbleibt allerdings bei den Mitarbeitenden.

Wichtig zu wissen für Brigitta ist, dass ein Verwenden des eigenen Geräts für private Zwecke keine rechtliche Verpflichtung, sondern ein freiwilliger Entscheid ist. Rechtlich gesehen trifft den Arbeitgeber die Pflicht, die Mitarbeitenden mit den notwendigen Arbeitsgeräten auszustatten (Art. 327 Abs. 1 OR).

Sicherheitsrelevante Risiken beachten

Zunächst ist sicherzustellen, dass die Geräte mit geeigneten IT-Sicherheitsmassnahmen, welche üblicherweise bei den firmeneigenen Geräten vorzufinden sind, ausgestattet sind. Die Nutzung von unsicherer Software birgt insbesondere ein Datensicherheitsrisiko in sich. Der Arbeitgeber seinerseits hat die Persönlichkeit sowie Datenschutzrechte der Mitarbeitenden zu respektieren.

Brigitta ist – um einen allfälligen Missbrauch der Daten durch Dritte zu verhindern – zu empfehlen, ihre privaten Daten (z.B. mit Hilfe einer Verschlüsselung sowie eines Backups) gegen unbefugte Eingriffe zu sichern. Zudem ist einer Trennung der geschäftlichen von den privaten Daten Acht zu geben. Dazu wird in der Regel via Softwareumgebung und mithilfe diverser Visualisierungstechniken (z.B. VPN/RDP) auf dem Server des Arbeitgebers gearbeitet.

Des Weiteren sollte sich Brigitta über allfällige der IT-Sicherheit dienenden BYOD-Verhaltensanweisungen des Arbeitgebers schlau machen und ihr Gerät vorgängig auf allfällige Schadsoftware prüfen lassen. So reduziert sie das Risiko einer Infektion des Firmennetzwerks durch ihren privaten Laptop.

Druck der ständigen Erreichbarkeit

Die Nutzung eigener Gerätschaft kann auch ein Stressfaktor für die Mitarbeitenden sein. So kann der Druck entstehen, immer und überall erreichbar zu sein und nichts verpassen zu wollen. Brigitta sei zu Selbstdisziplin geraten, wenn es darum geht, Privates vom Geschäftlichen zu trennen.

Wer trägt die Kosten für die Nutzung?

Die Auslagen für den geschäftlichen Teil der Nutzung hat der Arbeitgeber zu tragen. Es ist allerdings schwierig, den genauen Kostenwert einer Nutzung zu beziffern. Sinnvoll erscheint, für die Benutzung des Laptops von Brigitta eine pauschale Entschädigung des Arbeitgebers nach Art. 327a Abs. 2 OR zu vereinbaren. Bei Zweifeln über die Höhe ist diejenige Entschädigung zu wählen, welche die Mitarbeiterin eher begünstigt. Darüber hinaus sind insbesondere sämtliche für das Geschäft einschlägigen Softwarekosten inkl. IT-Support durch den Arbeitgeber zu tragen.

Das Gerät von Brigitta erleidet einen „Totalausfall“ aufgrund eines schädlichen Trojaner-Angriffs einer geschäftlichen E-Mail. Wer trägt die Kosten?

Der Schaden liegt klar im Verantwortungsbereich des Arbeitgebers, ist doch der Totalausfall im Rahmen der Arbeitsverrichtung entstanden. Da die Technik einem Wertverlust unterworfen ist, hat der Arbeitgeber lediglich den Zeitwert (d.h. den Gebrauchtwert eines vergleichbaren Occasionslaptops) des Geräts zu tragen.

Brigitta hat derzeit viel um die Ohren und regt sich über die Lautstärke ihrer klatschhaften Bürokollegin dermassen auf, dass sie wütend den Laptop an der Wand zerschellen lässt. Sie ist der Meinung, die Kollegin habe ihr den Laptop zu bezahlen. Schliesslich sei sie für die Eskalation verantwortlich.

Im Gegenteil – Brigitta ist hier im Rechtsirrtum. Sie hat den Schaden selber sowie grobfahrlässig verursacht. Bei Grobfahrlässigkeit hat Brigitta den Schaden vollumfänglich zu tragen (siehe Art. 321e OR).

Fazit

Trotz Vorteilen, welche die Nutzung eines privaten Geräts mit sich bringen kann, sind auch die Risiken nicht zu unterschätzen. Je nach Ausgangslage sind Mitarbeitende zudem punkto IT-Nutzungsrichtlinien sowie Datenverarbeitung weitgehend dem Diktat des Arbeitgebers ausgesetzt. Deshalb sollte man vorgängig doch überlegen, ob es mehr Sinn macht, lieber ein Firmengerät zu verwenden.

Bei weiteren Fragen oder Fallstricken empfehlen wir eine Beurteilung im Einzelfall durch arbeitsrechtliche Experten. Der Rechtsdienst der Angestellten Schweiz berät die Mitglieder in diesen Fragen.

lic. iur. Korab Macula, Rechtskonsulent Angestellte Schweiz

 

Dieser Artikel behandelt nur einige Aspekte im Zusammenhang mit dem „Bring Your Own Device“. Für Fragen im Einzelfall wenden Sie sich bitte an den Rechtsdienst der Angestellten Schweiz.

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