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Mitgliedschaft Angestellte Schweiz

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Home-Office: Bekomme ich Entschädigung für die Nutzung meines privaten Zimmers?

Montag, 27. Mai 2019

Home-Office-Arbeit nimmt zu. Nicht nur wegen der ständig verstopften Strassen und Züge, die den Arbeitsweg zur Tortur machen. Es kann auch das Privatleben erleichtern, wenn gelegentlich von zu Hause aus gearbeitet wird. Aber gibt es einen Anspruch auf eine Abgeltung für die Nutzung von Privaträumen?

Vor kurzem hat das Bundesgericht entschieden, in welchen Fällen Arbeitnehmende Anrecht auf Entschädigung für die Nutzung ihrer privaten Infrastruktur haben: Ein Arbeitnehmer kann für die Nutzung eines Zimmers in seiner privaten Wohnung als Arbeitszimmer eine Entschädigung verlangen, wenn ihm der Arbeitgeber keinen Arbeitsplatz im Betrieb anbietet (Urteil 4A_533/2018 vom 23. April 2019, E. 6). Das Bundesgericht bejahte in diesem Falle eine Entschädigungspflicht, obwohl der Arbeitgeber vorbrachte, dass im Arbeitsvertrag keine Entschädigungspflicht vorgesehen sei und damit auf eine Abgeltung zwischen den Vertragspartnern verzichtet wurde.

Der Arbeitgeber ist von Gesetzes wegen verpflichtet, dem Arbeitnehmer einen geeigneten Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen. Hält der Arbeitgeber keinen geeigneten Arbeitsplatz bereit, so hat er die Kosten für die nötige Arbeitsinfrastruktur zu Hause nach Art. 327a OR zu übernehmen. Gemäss diesem Artikel hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmenden alle für die Ausführung seines Arbeitsvertrages notwendigen entstehenden Auslagen zu ersetzen. Derselbe Artikel ist übrigens auch die gesetzliche Grundlage für Einforderung der Spesen.

Nur in bestimmten Fällen

Wichtig im vorliegenden Fall war, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmenden gar nie einen Arbeitsplatz anbieten konnte. Insoweit stützt dieses Urteil durchaus die bisherige Rechtsprechung. Der Arbeitnehmende seinerseits hat bloss einen Raum seiner Wohnung genutzt, ohne nachweislich einen separaten Raum anzumieten. Dies wurde in früheren Urteilen genauer geprüft.

Die Frage nach einer Entschädigung für die Infrastruktur stellt sich nicht für diejenigen Fälle, in denen der Arbeitgeber den Arbeitnehmenden zwar das Recht gibt, zu Hause zu arbeiten, aber einen Arbeitsplatz im Betrieb zur Verfügung stellt. In diesen Fällen, in denen der Arbeitnehmende keine Pflicht zu Home-Office hat, ist die Situation weniger eindeutig. Der Arbeitgeber kann aber natürlich grosszügig sein. Anders ist es, wenn der Arbeitgeber den Arbeitnehmenden ganz oder teilweise verpflichtet, zu Hause zu arbeiten. In diesem Falle sind die Aufwendungen abzugelten.

Allerdings: Verschiedene Arbeitgeber berechnen heute ihre Büroräumlichkeiten so, dass sie bloss noch für 70 Prozent ihrer Arbeitnehmenden Arbeitsplätze haben, es würde also nicht reichen, wenn alle mal im Büro wären. Gleichzeitig ist in diesen Betrieben die Home-Office-Arbeit freiwillig.

Das Angebot eines Arbeitsplatzes wäre also nicht gleichzeitig für alle Arbeitnehmenden einzulösen. Hier profitiert der Arbeitgeber von der „freiwilligen“ Home-Office-Arbeit. Inwiefern ein Arbeitgeber in dieser Situation eine Entschädigung zu leisten hat, ist noch nicht geklärt. Eine allfällige Klage müssten wohl mehrere Arbeitnehmende als Streitgenossen erheben.

Christof Burkard, Leiter Sozialpartnerschaft Angestellte Schweiz

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