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Mitgliedschaft Angestellte Schweiz

Ziele der Angestellten Schweiz

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Ist die Krankentaggeldversicherung obligatorisch?

Montag, 01. Okt 2018

Am 15. Mai 2018 erkrankt Lukas Unglücksrab ernsthaft. Er wird erst in einem halben bis ganzen Jahr wieder arbeiten können. Während der ersten zwei Monate der Arbeitsunfähigkeit bezahlt ihm sein Arbeitgeber den vollen Lohn, dann kündigt er das Arbeitsverhältnis nach Ablauf der Sperrfrist auf. Auch den Lohn richtet er nach den zwei Monaten nicht mehr aus. Lukas Unglücksrab wendet sich an den Rechtsdienst der Angestellten Schweiz. Er ist der Meinung, dass sein Arbeitgeber den Lohn über die ganze Krankenphase schuldet, nicht nur während der ersten zwei Monate.

Seit zwei Jahren ist Lukas Unglücksrab in einem Unternehmen angestellt, das den Gesamtarbeitsvertrag der MEM-Industrie anwendet. Der GAV empfiehlt den Unternehmen im Artikel 18.5, eine Krankentaggeldversicherung abzuschliessen, schreibt dies aber nicht vor.

Der Arbeitsvertrag von Lukas Unglücksrab sieht für den Fall einer Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit oder Unfall eine Auszahlung von 80 Prozent des Lohns durch die Krankentaggeldversicherung ab dem dritten Tag vor. Seine monatlichen Lohnauszüge zeigen Beitragsleistungen an die SUVA, aber keine an eine Krankentaggeldversicherung.

Schriftliche Vereinbarung notwendig

Fast alle Arbeitnehmenden sind gegen einen Verdienstausfall infolge eines Unfalls bei der SUVA versichert; ab dem dritten Tag werden 80 Prozent des Salärs bezahlt. Die Zahlungsdauer hängt auch davon ab, wie weit andere Versicherungen Kosten der Erwerbsunfähigkeit übernehmen, insbesondere die IV. Sie ist aber im Prinzip für 720 bis 730 Tagen garantiert.

Ist keine Ersatzlösung, also eine Krankentaggeldversicherung, durch eine schriftliche Vereinbarung (GAV oder Passus im Arbeitsvertrag) vorgesehen, ist der Arbeitgeber im Krankheitsfall nur verpflichtet, 100 Prozent des Lohns ab dem ersten Krankheitstag während einiger Monate auszurichten. Die Anzahl Monate hängt von der Dauer der Anstellung ab. Je nach Kanton sind bis zu sechs Monate möglich. Schon lange wird angestrebt, die vom Gesetz her sehr limitierte Verpflichtung durch eine für die Angestellten vorteilhaftere Krankentaggeldversicherungslösung mit einer Dauer von 720 bis 730 Tagen zu ersetzen.

Das Gesetz ermöglicht eine solche alternative Lösung, also die Deckung eines Erwerbsausfalls infolge Krankheit mittels einer vom Arbeitgeber für die Angestellten abgeschlossenen Versicherung, jedoch nur unter strikten Bedingungen, nämlich: Schriftliche Form (respektive Verpflichtung durch GAV oder Passus im Arbeitsvertrag), präzis definierte Dauer der Kostenübernahme, Angabe zu wie viel Prozent die Lohnkosten übernommen werden sowie paritätische Übernahme der Versicherungsbeiträge durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Es empfiehlt sich, die Bedingungen bezüglich Krankentaggeld zu prüfen, bevor man einen Arbeitsvertrag unterschreibt. Am besten verlangt man vom Arbeitgeber eine Kopie der allgemeinen Bedingungen der Krankentaggeldversicherung, die für den Betrieb gelten. Weiter sollte man auf den ersten Lohnauszügen prüfen, ob die Prämien für die Krankentaggeldversicherung korrekt abgezogen wurden.

Die Krankentaggeldversicherung ist nach Schweizer Recht nicht obligatorisch

Die Krankentaggeldversicherung ist im Prinzip nicht obligatorisch und sie benötigt zwingend eine genaue schriftliche Vereinbarung. Was Lukas Unglücksrab betrifft: Er hat keinen Anspruch auf mehr als die zwei Monate Lohn. Sie entsprechen dem gesetzlichen Minimum, ja sie übertreffen es sogar etwas, berücksichtigt man die Dauer seiner Anstellung im Betrieb. Die Erwähnung einer Versicherungsdeckung in seinem Arbeitsvertrag genügt nicht mangels einer Präzisierung der Dauer sowie der paritätischen Ausrichtung der Versicherungsbeiträge.

Zu erwähnen ist noch, dass das Schweizer Recht erkrankte oder verunfallte Angestellte bis zu einem Maximum von 180 Tagen vor einer Kündigung schützt. Die Anzahl Tage ist abhängig von der Dauer der Anstellung. Ausserhalb dieser Frist können erkrankte oder verunfallte Angestellte jedoch entlassen werden.

Bei Fragen rund um diese Thematik geben Ihnen die Juristinnen und Juristen der Angestellten Schweiz gerne Auskunft.

Pierre Serge Heger, Rechtsanwalt Angestellte Schweiz

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