Zu verzeichnen ist ein Anstieg von 4% in Richtung China und 8% in die europäischen Märkte – und dies zu einem Zeitpunkt, da die Aktualisierung des Freihandelsabkommens mit Peking und die Bilateralen III sich in entscheidenden Phasen ihrer jeweiligen Genehmigungsverfahren befinden.
Innovation als Trumpfkarte
Seit vielen Jahren belegt unser Land den ersten Rang im Global Innovation Index, der die Volkswirtschaften der Welt nach ihrem Innovationsgrad einordnet. Unser Know-how und unsere politische Stabilität sind ebenfalls Stärken, die erklären, weshalb die Schweiz trotz ihrer hohen Preise jeden dritten Franken im Ausland verdient.
«70% der Angestellten in der Schweiz arbeiten für internationale Unternehmen», erklärt Philipp Morger, Strategy Director bei Switzerland Global Enterprise, anlässlich der Konferenz vom 20. Oktober, die Angestellte Schweiz zu diesem Thema organisiert hat.
42% der Exporte gehen zudem auf das Konto von KMUs. Und das trotz der Zusatzkosten, die der internationale Handel mit sich bringt, etwa für die Anpassung von Produkten an ausländischen Märkten oder den Aufbau von Netzwerken. In einem kleinen Land stösst der Binnenmarkt rasch an seine Grenzen.
Märkte diversifizieren
«Ohne Freihandelsabkommen kann der Preis einer Ware, die auf einem anderen Kontinent geliefert wird, im Vergleich zum ursprünglichen Tarif um bis zu 80% steigen – wenn man sämtliche Kosten wie Zölle, Transport, Schiffswartung oder Hafenabgaben einrechnet», so der Experte für internationalen Handel.
Aktuell hat die Schweiz 35 Freihandelsabkommen (FHA) mit 45 Ländern oder Ländergruppen abgeschlossen. Solche Verträge erfordern mitunter – wie im Fall Indien – bis zu siebzehn Jahre an Verhandlungen, bevor sie definitiv in Kraft treten. Angesichts der unberechenbaren Politik von Donald Trump ist die Beschleunigung dieser Prozesse jedoch zur politischen Priorität geworden: Seit dem 1. August 2025 laufen die Bemühungen, die Verhandlungen mit China, den lateinamerikanischen Staaten und Vietnam zum Abschluss zu bringen.
Parallel dazu liegt ein weiteres strategisches Dossier auf dem Tisch: die Bilateralen III mit der Europäischen Union. Angesichts der emotionalen Tragweite, die die dynamische Übernahme von EU-Recht oder die Personenfreizügigkeit auslösen, versprechen die für nächstes Jahr geplanten Volksabstimmungen turbulent zu werden.