Kritik am Verschlankunsplan von Nokia 

Olten, 10. März 2026
Angestellte Schweiz kritisiert den «Right-Sizing-Plan» von Nokia, denn dieser geht primär auf Kosten der Mitarbeitenden: Stellenabbau, Verlagerung in Niedriglohnländer und ein einseitiger Fokus auf Kennzahlen statt auf Menschen.

Right-Sizing zulasten der Mitarbeitenden

Der Konzern gibt an, weltweit Personal abzubauen mit dem Ziel, Investitionen zu optimieren, Betriebsmodelle anzupassen und in Länder mit niedrigeren Kosten zu verlagern. Angestellte Schweiz kritisiert diese von Nokia geplanten «Right-Sizing-Massnahmen» scharf:

 

  1. Investitionen werden hier einseitig als Finanzkennzahlen gedacht, nicht als Investitionen in Menschen, Qualifikation und Beschäftigungssicherheit.
  2. Wer wirklich «optimal» investieren will, stärkt Kompetenzen, Weiterbildung und gute Arbeit, statt erfahrene Mitarbeitende abzubauen.
  3. Die Zentralisierung von Funktionen in Ländern mit niedrigeren Kosten bedeutet konkret, dass Wertschöpfung und qualifizierte Jobs aus Hochlohnländern abgezogen werden und Beschäftigte hier das Risiko tragen.

 

Perspektiven statt «Kahlschlag»

Angestellte Schweiz fordert sozialverträgliche Lösungen, um die Folgen der Entlassungen abzufedern und den betroffenen Mitarbeitenden wieder Perspektiven zu geben. Dies beinhaltet auch attraktive Regelungen für die Frühpensionierung.

«Wenn man Umstrukturierungen auf europäischer Ebene plant, muss man auch Verantwortung auf europäischer Ebene übernehmen. Wir erwarten Lösungen, die Menschen schützen, nicht nur Zahlen optimieren», sagt Tanja Riepshoff, Rechtsanwältin bei Angestellte Schweiz.

Der Arbeitnehmerverband Angestellte Schweiz fordert:

  • Prüfung alternativer und innovativer Massnahmen zur Vermeidung von Entlassungen nach dem Grundsatz «Arbeit vor Geld» als wichtigste Massnahme
  • Für unvermeidbare Stellenverluste: die Umsetzung des verbindlichen Sozialplans inkl. professioneller Unterstützung bei der Neuorientierung (Outplacement, Coaching, Weiterbildung)
  • Transparente Informationen und frühzeitiger Dialog mit den Mitarbeitenden sowie der Arbeitnehmervertretung

Angestellte Schweiz erwartet von der Geschäftsleitung, zeitnah Gespräche mit den Sozialpartner*innen aufzunehmen. Ebenso ist der Verband bereit, konstruktive Verhandlungen zu führen, mit einem klaren Ziel: Entlassungen vermeiden und faire Lösungen für alle Betroffenen sicherstellen.

Kontakt

Tanja Riepshoff

Rechtsanwältin Angestellte Schweiz,

tanja.riepshoff@angestellte.ch, +41 44 360 11 54

 

Tanja Tanneberger

Kommunikation Angestellte Schweiz

tanja.tanneberger@angestellte.ch, +41 44 360 11 21

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