
Das bringt Skill-Based Hiring
In der heutigen schnelllebigen Zeit verändert sich durch KI-Innovationen nicht nur die Art, wie wir arbeiten. Sondern auch die Art, wie wir einen Job finden bzw. für einen Job ausgewählt werden.
Der demografische Wandel und ein Mangel an Nachwuchs sowie qualifiziertem und personalisierten Personal hat in gewissen Branchen einen Fachkräftemangel ausgelöst. Dazu kommen die technischen Veränderungen durch die KI: Viele Aufgabenbereiche verändern sich schneller, als dass traditionelle Bildungssysteme sich anpassen und die nötige Ausbildung anbieten können. Das führt zu einer Qualifikationslücke in der Arbeitswelt.
Skill-Based Hiring bei Fachkräftemangel
Eine der innovativsten Methoden, mit dieser vielschichtigem Realität des Arbeitsmarkts umzugehen, ist das Skill-Based Hiring, also die kompetenzbasierte Einstellung.
Dabei liegt der Fokus auf den praktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Bewerber*innen wie etwa Problemlösung, technisches Know-how oder kreative Denkansätze, anstatt primär auf traditionellen Qualifikationen wie Universitätsabschlüssen oder bisherigen Jobtiteln.
Vorteile von Skill-Based Hiring
Auf den ersten Blick mag es den Eindruck machen, als betreffen die Vorteile von Skill-Based Hiring nur Unternehmen:
- Keine Produktivitäts-Einbussen: Neue Mitarbeitende, die bereits über die erforderlichen Fähigkeiten verfügen, z.B. die entsprechenden Programme schon kennen, sind schneller im Arbeitsprozess integriert, als Kandidat*innen, die alles noch erlernen müssen.
- Breitere Talentbasis: Der Fokus auf die Fähigkeiten von Bewerber*innen öffnet das Recruiting für Arbeitnehmende, die ihre Fähigkeiten mittels Weiterbildungen oder praktische Erfahrungen erworben haben.
- Mehr Diversität: Dass auch diese alternativen Berufswege akzeptiert werden, fördert Diversität und Chancengleichheit.
Doch auch für Arbeitnehmer*innen, die sich weiterbilden oder die Stelle wechseln wollen, bringt die neue Rekutierungsmethode Vorteile: Die neue Offenheit gegenüber Fähigkeiten und Erfahrungen erleichtert Quereinstiege und berufliche Wiedereinstiege, besonders in Branchen mit Fachkräftemangel.
Gleichzeitig kann die Zufriedenheit der Arbeitnehmenden steigen: Mitarbeitende mit zum Unternehmen passenden Fähigkeiten sind zufriedener, weil sie oft eine höhere Übereinstimmung mit den Unternehmenszielen haben und stärker an ihre*n Arbeitgeber*in gebunden sind.
Das kann Sill-Based Hiring nicht
Natürlich gibt es bei der Umsetzung von Skill-Based Hiring auch Herausforderungen:
- Neue Strategien: Unternehmen müssen ihre Rekrutierungsstrategien anpassen und ihre HR-Mitarbeitenden darin schulen, traditionelle Denkmuster zu überwinden und neue Interview-Techniken anzuwenden, z.B. mit praktischen Aufgaben und technischen Tests zu arbeiten.
- Traditionelle Unternehmenskultur: Besonders in eher traditionell geprägten Unternehmen braucht es viel Aufklärung und Offenheit gegenüber Mitarbeitenden mit diverseren Lebensläufen. Hier sind besonders HR und Führungspersonal gefragt, einen Kulturwandel in der Unternehmenskultur einzuführen.
- Objektivität: Hard Skills wie technische Fähigkeiten lassen sich kaum vergleichen mit Soft Skills wie soziale und kommunikative Fähigkeiten, auch Soft Skills untereinander sind schwer vergleichbar.
In Upskilling investieren
Als Verband und Vertreter von 12‘000 Mitgliedern beschäftigt sich Angestellte Schweiz mit den Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt. Der Fokus auf die Fähigkeiten der Arbeitnehmenden ist bei Angestellte Schweiz zentral – davon zeugt unter anderem das breite Ausbildungsangebot, das Angestellte Schweiz seinen Mitgliedern bietet.
«Unternehmen verschaffen sich klare Wettbewerbsvorteile, wenn sie ihren Arbeitskräften mittels Upskilling ermöglichen, die für ihren Aufgabenbereich strategisch wichtigen Kompetenzen zu erwerben», sagt Geschäftsführer Stefan Studer.
Die Investition in Weiterbildung eröffnet auch den Arbeitnehmenden neue Zukunftsperspektiven. Sie bleiben attraktiv auf dem Arbeitsmarkt. Denn dies ist auch eine Realität des Arbeitsmarkts: Angestellte wechseln heutzutage deutlich schneller ihre Stelle als früher, jüngere Generationen mehr als ältere.
Autor*in

Manuela Donati
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Dossier