Arbeitszeugnis 2.0, ein Statement
Proaktives Verhalten ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Wenn du in der Probezeit abwartest, entstehen leicht Unsicherheit und Missverständnisse. Stelle früh Fragen, hole Feedback ein und kläre Erwartungen aktiv. Besonders wichtig ist die Rollenklarheit: Verstehst du genau, was in deinem Job als gute Leistung gilt? Das beeinflusst massgeblich, wie sicher und erfolgreich du deine Aufgaben bewältigst.
So wichtig wie die fachliche Leistung ist der gezielte Aufbau sozialer Beziehungen im Team. Wenn du in der Probezeit nur «deine Aufgaben erledigst», bleibst du oft aussen vor – selbst dann, wenn deine Ergebnisse stimmen. Zusammenarbeit funktioniert nicht nur über Prozesse, sondern über Vertrauen und gegenseitige Unterstützung. Geh aktiv auf Kolleg*innen zu, suche Gespräche und zeige Interesse. Schon kleine Dinge wie ein kurzer Schwatz, ein gemeinsames Mittagessen oder ein konkretes Hilfsangebot können viel bewirken. So entsteht Schritt für Schritt Zugehörigkeit und du wirst nicht nur als funktionierende Arbeitskraft wahrgenommen, sondern als Teil des Teams.
In Berufen, in denen nicht schon ab Tag 1 volle Leistung erwartet wird, lassen sich die ersten 90 Tage grob in drei Phasen einteilen. Daran kannst du abschätzen, ob du auf Kurs bist.
Nach 30 Tagen steht Orientierung im Vordergrund. Du kennst die wichtigsten Aufgaben, Abläufe und Ansprechpersonen. Erste kleinere Aufgaben erledigst du eigenständig. Sind Erwartungen noch unklar oder findest du keinen Zugang zum Team, ist das ein Warnsignal. Sprich es sofort an.
Nach 60 Tagen geht es um Integration und erste Wirkung. Du arbeitest zunehmend selbstständig, bekommst konkretes Feedback und bist in die Arbeitsprozesse eingebunden. Jetzt wird auch wichtiger, dass du die informellen Regeln verstehst: Wie werden Entscheidungen tatsächlich getroffen? Fehlt dir Einbindung oder bleibt Feedback oberflächlich, steuere aktiv nach.
Nach 90 Tagen steht sichtbare Leistung im Fokus. Du lieferst Ergebnisse, übernimmst Verantwortung und verstehst die Prioritäten deines Bereichs. Gleichzeitig zeigt sich, ob du im Team angekommen bist und Vertrauen aufgebaut hast. Wenn Rollen weiterhin unklar sind oder du kaum Verantwortung bekommst, sind grundlegende Erwartungen noch nicht sauber geklärt.
Fehler sind in der Probezeit erlaubt. Entscheidend ist, dass du lernst, dich entwickelst und deinen Platz im Team findest: Frage aktiv nach, kläre Erwartungen und baue Beziehungen auf. Die Probezeit ist kein reiner Härtetest, sondern eine Phase, in der du zeigen kannst, dass du nicht nur fachlich geeignet bist, sondern auch menschlich und organisatorisch ins Unternehmen passt. Wenn du diese Zeit bewusst nutzt, legst du den Grundstein für eine erfolgreiche Zusammenarbeit weit über die ersten Monate hinaus.