Wie KI die Selbstständigkeit verändert

Die selbstständige Kommunikations- und Marketingexpertin Simone Toellner bewegt sich in einem kompetitiven Umfeld. Erfolgreich ist sie, weil sie das Potenzial der KI früh erkannt hat.

Respekt war da, aber auch grosse Neugier. Das war 2024, als viele Angestellte ihre ersten Erfahrungen mit KI machten. Simone Toellner wollte es genauer wissen und besuchte einen KI-Kurs bei uns. Zur selben Zeit vollzog sie einen Stellenwechsel, um vermehrt selbstständig arbeiten zu können. «Mir war klar: Wenn ich diesen Schritt professionell gehen möchte, brauche ich effiziente Strukturen, neue Arbeitsweisen und ein besseres Verständnis dafür, was KI leisten kann und was nicht.»

Unser KI-Crashkurs war ein erster Schritt vorwärts. Simone Toellner war sofort fasziniert von der rasanten Entwicklung dieser Technologie und den Perspektiven, die sich nun boten. «Ich wollte nicht nur zuschauen, sondern verstehen, wie KI funktioniert und wie man sinnvoll damit arbeiten kann.» Sie vertiefte ihr Wissen kontinuierlich unter anderem letztes Jahr in einem mehrwöchigen KI-Intensivlehrgang.

Ohne KI hätte sie sich überlastet

Das Timing war perfekt. Sie wurde für anspruchsvolle Mandate aus dem Kunst- und Bildungsbereich angefragt, die sie persönlich erfüllten. Als Selbstständige tat sie sich schwer, andere Aufträge abzulehnen. «Ehrlich gesagt hätte ich diesen Übergang ohne KI kaum geschafft, zumindest nicht, ohne mich völlig zu überlasten.» Dank KI gelang es ihr, Prozesse zu vereinfachen, strukturierter zu arbeiten und schneller in die Umsetzung zu kommen.

In dieser Phase spürte sie auch die Schattenseiten der KI: Auftraggeber wollten plötzlich schneller Resultate sehen, zahlten jedoch kleinere Honorare. «Ohne die Geschwindigkeit, die ich heute erreicht habe, hätte das Verhältnis von Aufwand und Ertrag nicht mehr gestimmt.» Konkret heisst dies: Früher benötigte sie für einen PR-Artikel fünf bis sechs Stunden, heute zwei Stunden. Online-Interview mit Protagonisten inklusive.

Quantität auf Kosten der Qualität?

Ihre Produktivität hat sich spürbar erhöht. In manchen Monaten schreibt Simone Toellner bis zu 30 Artikel. Eine Schreibblockade liegt bei diesem Tempo nicht drin. «Wenn man mit KI umgehen kann, ist sie eine grosse Hilfe, um solche Blockaden zu überwinden. Besonders dann, wenn es schnell gehen muss und der Text trotzdem hochwertig bleiben soll.» Doch, wie steht es um die Qualität bei dieser Menge an Texten? «Ich arbeite nicht einfach mit einer kostenlosen Version und lasse die KI machen. Ich nutze bezahlte Tools und verschiedene Plattformen. Entscheidend ist nicht, welches Tool man öffnet, sondern wie man damit arbeitet.» Mit der Zeit hat sie eigene Arbeitsabläufe, Textbefehle und Stilvorgaben entwickelt. So versteht die KI besser, welche Sprache, Dramaturgie und Qualität sie erwartet. «Ich habe mir meine KI so gebaut, dass sie mich versteht und in meinem Stil schreibt.

KI ersetzt keine menschlichen Begegnungen

Die KI sieht sie mittlerweile als ihren persönlichen Sparringpartner. Mit ihm tauscht sie Ideen aus und entwickelt neue Perspektiven. Zwischendurch lässt sie ihn jedoch bewusst links liegen. «Die KI erleichtert vieles, aber sie ersetzt keine echten Begegnungen, Emotionen und menschliche Nähe.» Gerade deshalb schätzt Simone Toellner Momente, die im starken Kontrast zur digitalen Arbeitswelt stehen. Der Besuch einer Vernissage ist für sie beispielsweise weniger Networking-Plattform als Gelegenheit für echten menschlichen Kontakt. Und wenn sich daraus doch ein neues Projekt ergibt, dann hat sich das Beste aus beiden Welten verbunden: menschliche Inspiration unterstützt durch die Möglichkeiten der KI.

Autor*in

Christian  Vogt

Christian Vogt

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