Durch die Arbeitsgeschichte der Schweiz
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Die Anforderungen an Beschäftigte haben sich in den letzten Jahren stark verändert und sind durch Themen wie Digitalisierung, Globalisierung und den Klimawandel deutlich gestiegen. Dabei ist es wichtig, dass nicht nur die Gesellschaft und Arbeitgeber, sondern auch die Beschäftigten selbst diese Veränderungen bewusst wahrnehmen und aktiv Massnahmen ergreifen, um langfristig gesund und leistungsfähig zu bleiben. Die zentrale Frage sollte dabei lauten: Was kann ich selbst tun, damit es mir nachhaltig gut geht?
Ein Ansatz in der Psychologie befasst sich mit dem Thema «Self-Care», der sogenannten Selbstfürsorge. Die Selbstfürsorge als Methode setzt an, um steigende Anforderungen und mögliche Belastungen abzufedern. Mit gezielter Selbstfürsorge lassen sich Strategien entwickeln, die die Gesundheit und das Wohlbefinden langfristig unterstützen.
Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen haben die positiven Auswirkungen von Selbstfürsorge analysiert. Eine Studie am Zentrum für Empirische Pädagogische Forschung der Universität Koblenz-Landau evaluierte ein Seminar zur Selbstfürsorge für psychosoziale Fachkräfte. Die Ergebnisse zeigten eine signifikante Verminderung des subjektiven Stresserlebens und des Ausmasses an Erschöpfung bei den Teilnehmenden (vgl. Dahl 2018, Ein Plädoyer für mehr Selbstfürsorge).
Selbstfürsorge, oder auch Self-Care, wird in der wissenschaftlichen Literatur facettenreich definiert: Sei es «aktives Handeln, das mit der Selbstverpflichtung einhergeht, die Verantwortung für die eigene Person und das eigene Wohlergehen zu übernehmen» (Reddemann L (2009) Selbstfürsorge), oder aber die Fähigkeit, «Belastungen richtig einzuschätzen, sich nicht zu überfordern oder sensibel auf Überforderung zu bleiben» (Küchenhoff J (1999) Die Fähigkeit zur Selbstfürsorge) um nur einige zu nennen.
Für Dahl basiert Selbstfürsorge zusammenfassend auf drei wesentlichen Elementen, die folgendes umfassen:
Die Wissenschaft ist sich einig, dass Self-Care auf verschiedenen Ebenen anzuwenden ist, nicht nur psychische und emotionale Ebenen beinhaltet, sondern auch körperliche, soziale oder spirituelle. Lies mehr dazu in unserem Artikel Self-Care, was ist das? | Angestellte Schweiz
Bei der mentalen und emotionalen Self-Care geht es insbesondere darum, dass du dich um deine Gedanken und Gefühle kümmerst.
Die mentale und emotionale Self-Care umfasst Handlungen, die darauf abzielen, die eigene Resilienz zu stärken und das allgemeine psychische Gleichgewicht zu fördern. Resilienz ist die Widerstandsfähigkeit eines Menschen, sich trotz schwieriger Erlebnisse, erfolgreich zu entwickeln.
Soziale Self-Care bedeutet, bewusst auf die Qualität der eigenen zwischenmenschlichen Beziehungen zu achten und diese aktiv zu gestalten. Dazu gehört, fördernde und wertvolle soziale Kontakte aufzubauen, zu pflegen und sie als Unterstützung im Alltag zu nutzen. Gleichzeitig bedeutet soziale Selbstfürsorge auch, schwierige Themen wie Konflikte nicht zu vermeiden, sondern anzusprechen und zu klären.
Wichtig ist es insbesondere, toxische Beziehungen zu erkennen, die durch ständige Kritik, Manipulation oder ein Ungleichgewicht in der Beziehung gekennzeichnet sein können. Soziale Selbstfürsorge zeigt sich daher auch darin, solche Beziehungen zu hinterfragen, gegebenenfalls Grenzen zu setzen und sich von ihnen zu lösen, wenn sie langfristig schaden.
Die Umsetzung von Selbstfürsorge kann manchmal echte Herausforderungen mit sich bringen – vor allem, wenn die Anforderungen deiner Arbeit mit deinem Bedürfnis nach Erholung kollidieren. Vielleicht kennst du das Gefühl, wenn ein voller Terminkalender dich daran hindert, dir die Pause zu gönnen, die du eigentlich dringend brauchst.
In solchen Momenten ist es wichtig, abzuwägen: Was kann vorübergehend warten? Und was brauchst du, um langfristig gesund und ausgeglichen zu bleiben?
Denk immer daran, dass dein Wohlbefinden die Basis für alles ist, was du leisten möchtest.
Es gibt viel Literatur zum Thema. Hier sind ein paar wissenschaftliche Artikel: