Arztzeugnis unter Verdacht
Es dauerte etwas zehn Jahre bis ich meine Diagnose erhalten haben. Davor wurde ich oft nicht ernst genommen, denn meine Schmerzen wurden als «normale Regelschmerzen» abgetan. Die Diagnose war einerseits eine Erleichterung, aber auch die Erkenntnis, dass nur die Symptome gelindert werden können. Es gibt bei der Endometriose keine Heilung.
An manchen Tagen geht es mir gut, an anderen fällt es mir sehr schwer, konzentriert zu arbeiten. Ich habe immer meine Notfall-Medikamente dabei. Das heisst, wenn ein stechender Schmerz im Unterleib aufkommt, der in der nächsten halben Stunde dazu führen könnte, dass ich nicht mehr sitzen oder laufen kann, dann nehme ich gleich eine hochdosierte Schmerztablette ein. Die hilft meistens.
Nein, ich möchte nicht als «schwache Person» angesehen werden, die keine Schmerzen aushält. Ich war nie wegen der Endometriose krankgeschrieben und ich kenne auch niemanden in meinem Freundeskreis. Es ist eben immer noch ein Tabu-Thema. Ich habe immer trotz all der Schmerzen gearbeitet.
Nein, sie wissen nichts davon. Ich möchte das auch nicht.
Nein, denn aktuell ist meine Bürotätigkeit sehr gut geeignet. Ich kann auch im Homeoffice arbeiten, vielleicht gerade dann, wenn es mir nicht so gut geht und ich noch eine Wärmkissen auf dem Bauch liegen habe.
Ich wünsche mir mehr Verständnis über unsichtbare Krankheiten. Es wäre wichtig, dass Führungskräfte lernen, flexibel zu denken und Vertrauen zu schenken, statt nur auf Fehlzeiten zu schauen.
*Der Name ist von der Redaktion geändert.
Was ist Endometriose?
Endometriose ist eine chronische, gutartige Erkrankung, bei der Gewebe der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ausserhalb der Gebärmutter wächst. Das kann starke Schmerzen verursachen. Doch immer noch scheint die Endometriose ein Tabu-Thema zu sein, was dazu führt, dass viele Frauen sich nicht krankschreiben lassen.